Packend: der US-Gruselthriller "Orphan"

Ein verdammt böses Mädchen

Esther kann die brave Kleine spielen. Doch bald erlebt ihre Adoptivmutter Kate, dass das Mädchen ein Satansbraten ist. Und niemand glaubt ihr ...

Hamburg. Dieses Mädchen hätte jeder gern adoptiert: Esther (Isabelle Fuhrmann) ist aufgeweckt, wohlerzogen und brav, von ihren künstlerischen Fähigkeiten ganz zu schweigen. Ihr russischer Akzent wirkt bezaubernd - noch - und scheint zu den schwarzen Haarschleifen und dem biederen Kleid zu passen. Aber: Für ihr Alter ist sie zu klug, zu artikuliert, zu überlegen. Schon bald kommt Adoptivmutter Kate (Vera Farmiga) der Gedanke, dass mit Esther etwas nicht stimmt. Esther ist ein Satansbraten. Der Zuschauer weiß es längst, Kate auch. Doch weder ihre Therapeutin noch ihr Mann glauben ihr.

Ein klassisches Paranoia-Motiv. Der spanische Regisseur Jaume Collet-Serra folgt zunächst diesen Genremustern mit falschen Fährten und falschem Alarm, Schreckmomenten und Schocks. Bis der Film mit einem Plot-Twist aufwartet, der so nicht zu erwarten war. "Orphan - Das Waisenkind" ist von Beginn an beunruhigend und packend. Vera Farmiga überzeugt als schuldbeladene, verwirrte Adoptivmutter. Isabelle Fuhrmann hingegen stiehlt allen die Show. Klasse, wie sie von brav über verführerisch bis grausam alle Nuancen ihrer Figur auslotet. Ein verdammt böses Mädchen.

++++- Orphan - Das Waisenkind USA/ Kan. '09, 123 Min., ab 16 J., R: Jaume Collet-Serra, D: Vera Farmiga, Peter Sarsgaard, Isabelle Fuhrmann, täglich im Cinemaxx Harburg, Streit's, UCI Mundsburg, Othmarschen-Park, Smart-City; www.orphan.kinowelt.de