Komödie ohne Witz: "Shopping-Center-King"

Aus dem Alltag eines Wachmanns

Kaum ist "Der Kaufhaus Cop" aus den Kinos verschwunden, präsentiert Drehbuchautor und Regisseur Jody Hill den nächsten Wachmann einer Einkaufspassage mit übertriebenen Ambitionen.

Er heißt Ronnie Barnhardt (Seth Rogen) und arbeitet im Einkaufszentrum Forest Ridge als Wachdienstleiter. Seinen Beruf nimmt er überaus ernst: Wie ein wütender Tiger patrouilliert er durch die Mall, stellt vermeintliche Ladendiebe, legt sich mit aufmüpfigen Kunden an und verprügelt freche Skateboarder. Bis ein Exhibitionist mehrmals mit offenem Mantel arglose Frauen verstört. Endlich sieht Ronnie die Chance, sich durch die Ergreifung des perversen Straftäters zu profilieren.

Schon lange nicht mehr hat ein Film, der sich als Komödie ausgibt, einen derart unsympathischen Charakter eingeführt, mit dem man sich nicht identifizieren mag. Die Gewalt, mit der Ronnie besagten Skateboarder traktiert, irritiert, für die Folgen interessiert sich der Film nicht. Wo ist da die Pointe, wo die ironische Brechung? Regisseur Hill versucht bewusst, Genrekonventionen zu sprengen. Doch er setzt dem so entstandenen Vakuum nichts entgegen. Für eine Parodie gibt es keine Anzeichen. Nur aus der lustvollen Zerstörung allein entsteht keine Komik. Hier gibt es nichts zu lachen. Und das ist für eine Komödie fatal.

+---- Shopping-Center-King USA 2009, 86 Min., ab 12 Jahren, R: Jody Hill, D: Seth Rogen, Anna Faris, täglich im Cinemaxx Harburg, UCI Othmarschen-Park, UCI Smart-City; Internet: www.warnerbros.de/observeandreport