"Spiderman" Tobey Maguire hat Höhenangst

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Wie er den Erfolg erklärt, was für ihn schwierig zu drehen war: das Interview

ABENDBLATT: Als "Spiderman" sind Sie zu einem der beliebtesten Actionhelden geworden. Befürchten Sie nicht, künftig auf dieses Genre festgelegt zu sein?

TOBEY MAGUIRE: Nicht wirklich. Auch wenn man mich als "Spiderman" kennt, habe ich genug Gelegenheiten, andere Filme zu drehen. Bevor die Dreharbeiten zu Teil drei beginnen, werde ich bestimmt noch einen ganz anderen Film machen.

ABENDBLATT: Wie erklären Sie sich den immensen Erfolg von "Spiderman"?

MAGUIRE: Es ist ein gut gemachter Actionfilm mit einer berührenden Lovestory. In erster Linie ist es aber die Figur des Peter Parker. Er steht an der Grenze zum Erwachsenwerden und stellt sich Fragen, die jeder kennt: ,Warum bin ich auf dieser Welt? Welche Entscheidungen muss ich treffen?' Trotz seiner Superkräfte ist es einfach, sich mit ihm zu identifizieren.

ABENDBLATT: Wie fühlen Sie sich, wenn Sie ins Kostüm schlüpfen?

MAGUIRE: Es dauert knapp 20 Minuten, in den Anzug zu kommen. Solange ich etwas zu tun habe, bemerke ich das Kostüm gar nicht. Nur in der Drehpause wird es unbequem, und wenn ich aufs Klo muss, ist es ein riesiger Akt, wieder aus dem Ding herauszukommen.

ABENDBLATT: Für die meisten Actionszenen standen Sie selbst vor der Kamera. Lieben Sie die Gefahr?

MAGUIRE: Beim ersten Film hatte ich keine Ahnung, wie die Flugszenen funktionieren und wie man landen muss. Man kann nicht einfach herunterplumpsen, muss in einer Spinnenstellung landen. Das hat Spaß gemacht. Nur wenn ich an einem Dachrand stand, war mir mulmig, denn ich habe Höhenangst.

ABENDBLATT: Als die Dreharbeiten begannen, war zweifelhaft, ob Sie die Rolle wegen eines Rückenleidens noch mal spielen könnten . . .

MAGUIRE: Mit Rückenschmerzen plage ich mich schon seit vielen Jahren herum, aber seit 18 Monaten habe ich keine Probleme mehr damit. Actionszenen machen mir nicht so viel aus, aber ich habe aufgehört, Basketball und Squash zu spielen.

ABENDBLATT: Haben Sie sich durch den Erfolg eine neue Position in Hollywood erkämpfen können? Für Ihre nächsten Filme werden Sie sicherlich zehn Millionen Dollar mehr verlangen dürfen . . .

MAGUIRE: Ganz bestimmt nicht! Was den Erfolg angeht, habe ich noch keine Ahnung, was auf mich zukommt. Ich weiß nur, dass ich weiter gute Filme drehen will. Alles andere ist mir egal.

ABENDBLATT: Was sind Ihre Kriterien für einen guten Film?

MAGUIRE: Hauptsächlich orientiere ich mich an den Regisseuren; es gibt etliche, mit denen ich mal arbeiten möchte, und ich freue mich, dass jedes Studio sofort einverstanden ist, wenn mich ein Regisseur für eine bestimmte Rolle haben will. Aber in dieser Position war ich schon vor "Spiderman".

ABENDBLATT: Wie hat sich der Ruhm auf Ihr Leben ausgewirkt?

MAGUIRE: Man wird jetzt etwas schneller aufmerksam auf mich, deshalb kann ich nicht mehr unbekümmert auf die Straße gehen, sondern muss vorher überlegen, ob ich gerade in der Stimmung bin, angesprochen oder fotografiert zu werden.

( Interview: MARKUS TSCHIEDERT )

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