Die Rolle des Menschen

Evolutionsgeschichte: "Die ersten 100 Millionen Jahre"

Die Umweltbedingungen haben sich ständig geändert, Tierarten kamen und gingen. Ein Zoologe blickt zurück.

Berlin. Die Geburtshelferkröte ist eine Überlebende. Ihre Urahnen haben noch dem monströsen Dinosauriervogel Hatzegopteryx ins Auge geblickt. Die Kröte hat die größten Katastrophen des Kontinents überlebt - einen Meteoriteneinschlag, Vulkanausbrüche, aber auch die Eiszeit.

100 Millionen Jahre sind ein gewaltiger Zeitraum, den das Buch des australischen Zoologen Tim Flannery abdeckt. Er erzählt von einem uns fremden Kontinent, in dem es Korallenriffe gab und den riesige Elefantenherden durchzogen. Zeitweilig war er auch durch eine Landbrücke mit Nordamerika verbunden.

Vor allem aber geht es um das Werden und Vergehen von Tierarten unter den sich ständig wandelnden Umweltbedingungen. In den letzten Kapiteln nimmt dabei der Mensch eine immer bedrohlichere und zerstörerische Rolle ein. Ob Moschusochse, Braunbär oder Auerochse, sie alle vertrieb der Mensch aus Europa. Andere Arten wie der Wolf oder das Wisent wurden mühsam wieder angesiedelt. Insofern ist dieses lesenswerte Buch durchaus auch eine Mahnung an uns.

- Tim Flannery: Europa - Die ersten 100 Millionen Jahre, Insel Verlag, Berlin, 380 Seiten, 28,00 Euro, ISBN 978-3-458-17822.