Hamburg. Der Schockrock-Pionier über das neue Album „Road“, sein geplantes Musical, Johnny Depp und die Loyalität der deutschen Fans.

Da sitzt er gemütlich in einem Sessel des Hamburger Luxushotels The Fontenay, ein höflicher Gentleman und 75 Jahre alter Großvater. Treu, gottesfürchtig, wohlüberlegt und ausführlich erzählend. Ein „nice guy“. Alice Cooper ungeschminkt und nicht auf der Bühne zu sehen, ist ein geradezu grotesker Kontrast zu den Bühnenshows des Schockrock-Pioniers, der sich seit Jahrzehnten auf seinen Tourneen enthaupten, erdrosseln, erhängen und wer weiß wie ins Reich des Todes schicken lässt. Vor ein paar Wochen spielte Vincent Damon Furnier, wie er bürgerlich heißt, mit Johnny Depp und Luke Perry von Aerosmith als Hollywood Vampires, als „teuerste Coverband der Welt“ im Hamburger Stadtpark. Nun ist es Zeit, mit seiner 1975 gestarteten Solokarriere (von 1968 bis 1974 war Alice Cooper noch eine Band) weitere Meilen abzufahren: „Road“ heißt das neue Studioalbum, das von den Licht- und Schattenseiten des Unterwegsseins als Musiker erzählt.