Universität Hamburg

Uni-Museum bietet Platz für Hamburger Musikgeschichte

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An der Universität Hamburg wird bald eine zeitlich begrenzte Geschichtswerkstatt eröffnet.

An der Universität Hamburg wird bald eine zeitlich begrenzte Geschichtswerkstatt eröffnet.

Foto: Michael Rauhe

Bald eröffnet das Temporary History Lab: Dort geht es um die Geschichte der Rockmusik in Hamburg während der 70er und 80er.

Hamburg. Pink Floyd, Tom Waits, AC/DC, Meat Loaf, Otto Waalkes, City Preachers mit einem jungen Udo Lindenberg: Sie alle traten in den 1970er- und 1980er-Jahren im Audimax der Universität Hamburg auf und begannen dort nicht selten ihre Bühnenkarriere. Ein neuer Ort bietet jetzt Platz für die eigenen Erinnerungen an diese Zeit: Am 16. September eröffnet das Temporary History Lab „Hamburger Musikgeschichte(n)“ im Universitätsmuseum an der Edmund-Siemers-Allee. Temporary History Lab – das heißt: eine zeitlich begrenzte Geschichtswerkstatt.

Die Geschichte der Rockmusik in Hamburg während der 70er und 80er wollen Studierende und Dozierende mithilfe von Zeitzeugen an diesem interaktiven Sammlungsort zusammentragen.

Universität Hamburg: Interessierte können Erinnerungsstücke abgeben

„Wir vermuten wichtige Spuren und potenzielle Quellen auf Dachböden, in Fotoalben oder irgendwo in den hinteren Ecken von Schränken und Schubladen der Hamburgerinnen und Hamburger“, sagt Thorsten Logge aus dem Arbeitsbereich Public History. Unter seiner Leitung hatten Studierende im Sommersemester mit dem Projekt begonnen.

Ob Plattencover, Konzertplakate, Tickets, Tagebucheinträge vom ersten besuchten Konzert oder Tapes der eigenen Schulband: Interessierte können bis Ende des Jahres ihre persönlichen Erinnerungsstücke zur Hamburger Musikkulturgeschichte der 1970er- und 1980er-Jahre in die Geschichtswerkstatt bringen, wo sie dokumentiert und digitalisiert werden.

Die erhobenen Quellen und Objekte werden direkt einer stetig wachsenden analogen Ausstellung und einer virtuellen Datenbank hinzugefügt. Es gelte, „die Hamburgerinnen und Hamburger Teil der Erzählung werden zu lassen“, sagt Antje Nagel, die Leiterin des Universitätsmuseums.

Musikgeschichte an der Uni Hamburg: "Ich bin doch kein Udo"

„Wir hätten da vielleicht etwas für Sie ...“ – kaum einen schöneren Satz gäbe es für die Mitwirkenden am History Lab, erklärt Thorsten Logge. Oft höre er „Ich bin doch kein Udo“ oder „Ich hatte nur eine Plattensammlung“ – doch genau diese Perspektiven seien wertvoll. Wo in Hamburg wurde Musik gehört, gekauft oder gemacht? In welchen Musikszenen waren die Fans unterwegs?

Die Musik der Hansestadt, die sich in den 70er- und 80er-Jahren auch ganz in der Nähe der Universität zwischen Clubs, Plattenläden, Tonstudios und dem eigenen Wohnzimmer abspielte, hat viele Gesichter. Nagel betont das Anliegen, eine vielfältige Hamburger Musikgeschichte zu schreiben. Die individuellen Spuren und Erinnerungen, sie finden hier einen Platz und sollen sich zu einer Geschichte fügen – eine, die noch nicht auserzählt ist.

Temporary History Lab: „Hamburger Musikgeschichte(n) ab 16.9., Di 10.00– 14.00, Do 15.00–19.00, Sa 14.00–18.00, Infos zum Projekt und zu vielen Veranstaltungen zum Thema unter www.uni-hamburg.de/wissen-fuer-alle/hamburger-musikgeschichten

( hpak )