Chor Hamburg

„Hear The Boys“: Engelsgleiche Stimmen tönen durch die Stadt

| Lesedauer: 3 Minuten
Marcus Stäbler
Neuer Knabenchor Hamburg bei einem Spontankonzert in der Hansestadt im Jahr 2018: Das wird es wohl auch dieses Jahr wieder geben (Archivbild).

Neuer Knabenchor Hamburg bei einem Spontankonzert in der Hansestadt im Jahr 2018: Das wird es wohl auch dieses Jahr wieder geben (Archivbild).

Foto: Ronald Frommann

Das Knabenchorfestival findet am Wochenende in Hamburg statt und startet mit einem Flashbob. Höhepunkt ist das Konzert im Michel.

Hamburg.  „Es ist ein besonderer Klang, wenn Knaben singen.“, schwärmt Jens Bauditz. „Gerade bei den hohen Stimmen, wo ja vor dem Stimmbruch oft der Begriff ,engelsgleich‘ fällt. Aber auch die jungen Männerstimmen haben ihren Reiz, wie ein roher Diamant.“

Bauditz muss es wissen. Als ehemaliger Sänger des Kreuzchors gehörte der gebürtige Dresdner selbst mal zu den vokalen Diamanten. Heute schleift er sie, natürlich nur im übertragenen Sinne und sehr liebevoll. Jens Bauditz, Jahrgang 1981, leitet den Neuen Knabenchor Hamburg an der Staatlichen Jugendmusikschule.

Chor Hamburg: Vier norddeutsche Knabenchore kommen zusammen

Um noch mehr Menschen für den besonderen Zauber des Knabenchorklangs zu begeistern, hat der Chorleiter jetzt mit drei Kollegen ein kleines Festival auf die Beine gestellt. Unter dem Titel „Hear The Boys“ treffen die Hamburger Jungs und jungen Männer am Wochenende ihre Kollegen vom Knabenchor Uetersen, der Lübecker Knabenkantorei und dem Knabenchor Unser Lieben Frauen aus Bremen.

Bauditz gibt einen Ausblick: „Alles rankt sich um das große Konzert, das wir am Samstag um 18 Uhr im Michel haben. Da werden wir einige Stücke gemeinsam singen, die gut zusammenklingen – wie zum Beispiel das Stück ,Da pacem, Domine‘, ein Friedensgebet von Melchior Franck. Aber jeder Chor soll sich auch alleine vorstellen und hat einen Programmblock von 15 Minuten, in dem er sein besonderes Profil zeigen kann. Insgesamt ist das ein rund 90-minütiges Programm, das einen kleinen Überblick über die norddeutsche Knabenchorszene gibt.“

Chor Hamburg: Ein buntes Programm ist geplant

Dieses Konzert im Michel steht im Zentrum des Treffens. Aber „Hear The Boys“ hat noch mehr zu bieten. „Es gibt ein Rahmenprogramm“, erklärt Bauditz, „bei dem wir nicht nur in der Kirche sein und die Menschen zu uns kommen lassen wollen, sondern bei dem wir auch auf die Menschen draußen zugehen und sie überraschen.“

Los geht’s gleich bei der – hoffentlich pünktlichen – Ankunft der Knabenchöre am Hauptbahnhof. „Am Freitag um 18 Uhr gibt’s einen Flashmob in der Wandelhalle. Da wollen wir gemeinsam unsere ersten Töne singen. Am Samstagmittag machen wir weiter mit der Flashmob-Idee. Da ziehen wir mit allen 200 Jungs durch die Innenstadt und werden beim Alsteranleger am Jungfernstieg und auf dem Rathausmarkt zu erleben sein.“

Chor Hamburg: Knaben sind auch in vier Gottesdiensten

Es lohnt sich also, am Wochenende beim Bummel durch die City Augen und Ohren aufzumachen. Wer den besonderen Knabenchorsound lieber indoor hören möchte, kann ja abends in den Michel gehen. Zum Abschluss am Sonntag singen die vier Knabenchöre noch in vier Gottesdiensten – dort allerdings nicht zusammen, sondern aufgeteilt.

„Hear The Boys“ Konzert: 10.9. 18:00 Hauptkirche St. Michaelis (Tickets 14,- bis 30,-); Gottesdienste am 11.9.: Knabenchor Unser Lieben Frauen Bremen in der Hauptkirche St. Petri (10 Uhr), Lübecker Knabenkantorei in der Kirche St. Johannis-Harvestehude (10 Uhr), Neuer Knabenchor Hamburg im St. Marien-Dom (10 Uhr), Chorknaben Uetersen in der Hauptkirche St. Katharinen (11 Uhr).