Kino Hamburg

Ein Kurzfilmfestival ganz ohne Barrieren

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Auch das Publikum kann einen Preis vergeben.

Auch das Publikum kann einen Preis vergeben.

Foto: Getty Images/iStockphoto

„Klappe auf!“ will von Freitag an „Kino für alle“ präsentieren. Schirmherr der Veranstaltung ist der Hamburger Filmemacher Fatih Akin.

Hamburg.  Das Kurzfilmfestival „Klappe auf!“, das vom Freitag bis zum Sonntag im Metropolis gefeiert wird, ist nicht besonders groß, hat aber einen riesigen Anspruch. „Kino für alle“ wollen die Veranstalter präsentieren. Dafür haben sie auch in der fünften Auflage wieder einige technische Vorkehrungen getroffen, denn es geht ihnen um die Barrierefreiheit, die sie als einzige Veranstalter dieser Art in Deutschland so anbieten können. An den drei Tagen werden in der Kleinen Theaterstraße 34 Filme gezeigt. Schirmherr der Veranstaltung ist der Hamburger Filmemacher Fatih Akin.

Schwerpunkt sind in diesem Jahr Filme, die sich dem Tourette-Syndrom widmen

Es geht also um Inklusion, das ist auch schon durch das inklusive Veranstalterteam garantiert, das die Schwierigkeiten auch aus eigener Anschauung kennt. Gehörlose und Schwerhörige werden Filme mit Untertiteln auf der Leinwand sehen können. Blinde und Sehbehinderte können auf Werke zurückgreifen, die mit Audiodeskription vorgeführt werden. Natürlich gibt es im Anschluss an die Vorführungen Publikumsgespräche.

Sie werden von Gebärden- und Schriftdolmetschern begleitet, die die Worte auf der Leinwand sichtbar machen. Für Menschen mit Höreinschränkungen wurde eine Induktionsschleife installiert. Für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen gibt es Handouts in Brailleschrift. Alle Veranstaltungsorte sind barrierefrei zugänglich.

Inhaltlich lautet das Motto in diesem Jahr „Achterbahn“

Inhaltlich lautet das Motto in diesem Jahr „Achterbahn“. Die Filme setzen das Auf und Ab in Spiel- und Experimentalfilmen unterschiedlichster Art um und wechseln dabei die Filmgenres. In den Wettbewerben werden drei Jurypreise, ein Publikumspreis und ein Teampreis vergeben. Die Filmemacher wollen, dass alle in die Kinos kommen. „Klappe auf!“ ist mittlerweile so erfolgreich, dass es für mehrere andere Festivals beratend tätig ist.

Im Kino wird ein „Klappo­mat“ aufgebaut, mit dessen Hilfe man auf spielerische Weise erfahren kann, wie Blinde und sehbehinderte Menschen Filme erleben. Ein besonderer Schwerpunkt sind in diesem Jahr Filme, die sich dem Tourette-Syndrom widmen. Im Anschluss an das Festival touren Filme im Rahmen des Programms „Butterfahrt“ durch deutsche Kinos.

Festivalleiter Andreas Grützner sagt: „Unser großes Ziel ist, Barrierefreiheit im Kino zu einer Selbstverständlichkeit zu machen ebenso wie die gesellschaftliche Teilhabe aller Menschen nach ihren individuellen Möglichkeiten.“

„Klappe auf!“ 26.–28.8., Metropolis (U Gänsemarkt), Kleine Theaterstraße 10, Karten 7,-/4,-; Infos www.klappe-auf.com

( vob )