Salzburg. Für die „Iphigenia“-Neufassung bedient sich das Thalia Theater bei #MeToo. Bei der Hamburg-Premiere muss einiges besser werden.

Papa ist Schuld. Das war schon so bei Abraham und Isaak, wie Ethik-Professor und Kierkegaard-Verehrer Agamemnon souverän zu referieren weiß, und das wird auch bei seiner eigenen Tochter Iphigenia schnell deutlich. Sie sitzt am Flügel, hat das Zeug zur Pianistin, aber mehr als zwei Töne schafft sie nicht mehr. Dabei hat doch der Vater ihr die Musik „gegeben“, ihr deren Schönheit „eröffnet“. Dafür vergöttert sie ihn – oder behauptet dies jedenfalls, nur das nervöse Bein-Zittern verrät den schwelenden Konflikt im zwar kunstsinnigen, aber wenig empathischen Intellektuellen-Haushalt.