Metal-Festival

Wacken Open Air: Die schwarze Welle rollt durch den Norden

| Lesedauer: 3 Minuten
So wie hier 2018 soll es dieses Jahr wieder werden: voll und schwarz. 75.000 Metal-Fans werden beim ausverkauften Wacken Open Air 2022 erwartet.

So wie hier 2018 soll es dieses Jahr wieder werden: voll und schwarz. 75.000 Metal-Fans werden beim ausverkauften Wacken Open Air 2022 erwartet.

Foto: Daniel Reinhardt / dpa

75.000 Fans, 195 Bands, neun Bühnen: Das größte Metalfestival Deutschlands haut von Mittwoch bis Sonnabend einen raus.

Wacken.  „Freu dich, du bist in Wacken“: Dieses seit Jahren geflügelte Wort steht derzeit wieder auf zahlreichen Schildern und Bannern im 1800-Einwohner-Dorf bei Itzehoe: Nach zwei Jahren Corona-Pause beginnt an diesem Mittwoch das „Wacken Open Air“, das größte Metalfestival-Deutschlands – nicht der Welt, wie noch oft zu lesen ist, da haben das „Graspop Metal Meeting“ in Belgien und das „Hellfest“ in Frankreich deutlich die Nase vorn.

Aber die offiziell 75.000 Metalfans, die derzeit als schwarze Welle nach Wacken (und über Hamburgs Bahnhöfe) schwappen, sind besonders nach der langen pandemischen Stille und den aktuell schwierigen Umständen für Konzert- und Festival-Veranstaltende eine Hausmarke: Wacken ist ausverkauft.

Wacken Open Air: 195 Bands auf neun Bühnen

Insgesamt werden 195 Bands auf neun Bühnen zu erleben sein. Laut Veranstalter Thomas Jensen wurde das Gelände dieses Jahr optimiert und umgebaut. So gibt es nicht mehr die „Bullhead City“-Zeltdoppelbühne, das komplette Festival wird unter freiem Himmel stattfinden. Neu ist auch das so genannte „Cashless Payment“-Bezahlsystem.

Wie bereits bei anderen Festivals wird an den Getränke-, Gastro- und Fanartikelständen nicht mehr mit Bargeld oder Geldkarten bezahlt, sondern mit einem vorher oder während des Festivals aufgeladenen Chip, der im Festival-Armband eingebaut ist. So sollen die Wartezeiten vor allem an den Bierständen verkürzt werden.

Wacken Open Air: Am Mittwoch gibt es einen zusätzlichen Festivaltag – gegen Aufpreis

Eine weitere Neuerung ist der „Wacken Wednesday“, ein zusätzlicher Festivaltag am Mittwoch. Zwar spielten bereits in den Vorjahren Undergroundbands und Newcomer auf den kleineren Bühnen außerhalb des Hauptgeländes, dieses Jahr hingegen spielen am Mittwoch auf der „Louder“-Bühne mit Tobias Sammet’s Avantasia, Epica und Gloryhammer schon drei Schwergewichte. Allerdings musste für diesen Programmzusatz ein Extraticket für 66,66 Euro bestellt werden.

Aber auch ohne „Wacken Wednesday“-Karte haben die Fans noch genug zu erleben. Headliner sind dieses Jahr Slipknot und Judas Priest, sie führen das Programm mit Arch Enemy, Limp Bizkit, In Extremo, Mercyful Fate, Hypocrisy, Rose Tattoo, Grave Digger, Venom und Danko Jones an. Es ist alles dabei, von traditionell über Mittelalter bis Modern, von finsterem Black Metal bis vor Lebensfreude pulsierendem Rock’n’Roll.

Dazu stoßen mehr oder weniger gern genommene Exoten wie Wacken-Inventar und Heimorgel-Alleinunterhalter Mambo Kurt und die Kölner Karnevalshelden mit Heavy-Metal-Umlaut: Höhner. Bis einschließlich Sonnabend werden auf dem „Holy Metal Ground“ Gitarren, Bässe und Schlagzeuge geschreddert. Darauf weist jetzt sogar eine „touristische Hinweistafel“ an der Autobahn hin: Wacken ist ein besonderer Kulturort.