Krieg gegen die Ukraine

300.000 Euro: Wie Hamburg jetzt geflüchteten Künstlern hilft

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Hilfe für Kreative aus der Ukraine: Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda mit seiner Behörde und Stiftungsvorstand Gesa Engelschall (Kulturstiftung) stellen für „Intro“ und „Art connects“ jeweils zunächst 150.000 Euro zur Verfügung.

Hilfe für Kreative aus der Ukraine: Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda mit seiner Behörde und Stiftungsvorstand Gesa Engelschall (Kulturstiftung) stellen für „Intro“ und „Art connects“ jeweils zunächst 150.000 Euro zur Verfügung.

Foto: Klaus Bodig

Ein Residenzprogramm der Kulturbehörde und ein Hilfsfonds der größten Stiftungen soll schutzsuchende Kreative unterstützen.

Hamburg. Viele Theater und Konzerthäuser haben bereits Benefizabende für die Ukraine geben, noch immer stehen zahlreiche Solidaritätsveranstaltungen in den Spielplänen. Darüber hinaus wollen die Stadt Hamburg und ihre größten Stiftungen nun geflüchteten Künstlerinnen und Künstlern ganz konkret helfen: Zum 1. April schreibt die Kulturbehörde das erfolgreiche Residenzprogramm „Intro“ in einer erweiterten Form aus.

Ukraine: Hamburger Kultur hilft geflüchtete Künstlern

Bis zu 20 Künstlerinnen und Künstler sollen bis zu sechs Monate in den Einrichtungen, Vereinen und Kollektiven arbeiten, ihrer künstlerischen Arbeit nachgehen, eigene Projekte entwickeln und erste Kontakte in Hamburg knüpfen können. Die Institutionen erhalten dafür monatlich bis zu 800 Euro Sachkostengelder und eine monatliche Pauschale von 300 Euro für die Betreuung. Ein Rahmenprogramm soll die Vernetzung untereinander erleichtern.

„Es braucht gerade jetzt die laute Stimme von Kunst und Kultur“, erklärte Kultursenator Carsten Brosda. „Daher haben wir die Ausschreibung vorgezogen, um den Künstlerinnen und Künstlern, die jetzt nach Hamburg kommen, eine Perspektive bieten zu können.“

Auf Initiative der Rudolf Augstein Stiftung, der Claussen-Simon-Stiftung, der „Zeit“-Stiftung und der Hamburgischen Kulturstiftung wurde zudem der Hilfsfonds „Art connects“ ins Leben gerufen, um Projekte von Hamburger Kultureinrichtungen und Schutzsuchenden aller Nationalitäten, die „wegen des Kriegs in der Ukraine – vor dem Kriegsgeschehen oder vor Repressalien in ihrem Heimatland – geflüchtet sind“, zu fördern. Anträge können ab dem 8. April online gestellt werden.

"Setzen auf die verbindende Kraft der Kunst"

Gesa Engelschall, geschäftsführender Vorstand der Hamburgischen Kulturstiftung, erklärt das Engagement: „Mit der Förderung von gemeinsamen Projekten wollen wir schutzsuchenden Kulturschaffenden die Möglichkeit geben, ihrer künstlerischen Tätigkeit nachzugehen, mit Hamburger Akteurinnen und Akteuren zusammenzuarbeiten und ihr Schaffen sichtbar zu machen. Und setzen damit auf die verbindende Kraft der Kunst!“ Zu den weiteren Förderern gehören die K. S. Fischer Stiftung, die Mara und Holger Cassens-Stiftung, die Gabriele Fink Stiftung, die Dorit & Alexander Otto Stiftung, die Richard Ditting GmbH & Co. KG und die Quantum Immobilien AG.

Für beide Programme stehen zunächst jeweils 150.000 Euro zur Verfügung. Die Ausschreibungen sind ab sofort zu finden unter www.hamburg.de/bkm/kulturaustausch-interkulturell und www.kulturstiftung-hh.de/artconnects.

( msch )