Veranstaltungen in Hamburg

Theater oder Konzert gefällig? Die Kultur-Tipps der Woche

| Lesedauer: 8 Minuten
Die Symphoniker Hamburg in „ihrer“ Laeiszhalle. Am 10. Februar stehen hier Werke von Édouard Lalo und Johannes Brahms auf dem Programm.

Die Symphoniker Hamburg in „ihrer“ Laeiszhalle. Am 10. Februar stehen hier Werke von Édouard Lalo und Johannes Brahms auf dem Programm.

Foto: Daniel Dittus

Gedenken, Gedanken und abenteuerliche Geschichten für großes und kleines Publikum: Hamburgs beste Termine, für die es Karten gibt.

Hamburg. Riesige fleischfressende Pflanzen mit Herz? Ein Mädchen, das ein Pferd hochheben kann? Kunst mit Kreide auf Baumwolle? Musik im Museum? Das klingt nach Seemannsgarn, aber in Hamburg wird es in den nächsten Tagen alles wahr bei unseren Veranstaltungstipps. Besonders hervorzuheben ist auch die Gedenkwoche „Unvergessen – 1700 Jahre jüdisches Leben“, die zum Beispiel mit einer Lesung im ella Kulturhaus Langenhorn begangen wird.

Kultur in Hamburg: Improtheater

30 Jahre alt wird die Steife Brise in diesem Jahr. Dass Hamburgs dienstälteste Improvisationstheater-Gruppe alles andere als museumsreif ist, will ein Teil des Ensembles an diesem Sonnabend auf dem ausgedienten Stückgutfrachter „Cap San Diego“ an der Elbe zeigen.

„Seemannsgarn“ spinnen, das heißt im Laderaum auch, Seefahrtsgeschichten nach Vorgaben des Publikums entwickeln. Mit Sophia Baumgart, Viviane Eggers und Henrik Sievers ist die Crew der spielenden und singenden Matrosen beim Jahresauftakt der „Brise“ recht jung, mit Markus Glossner (Keyboard) steuert jedoch ein erfahrener Smutje das musikalische Geschehen. Rollin’ home mal ganz spontan!

„Seemannsgarn“ Sa 5.2., 18.00 und 20.15., „Cap San Diego“ (U Baumwall), Überseebrücke, Karten zu 19,-/erm. 15-; https://steifebrise.loveyourartist.store, 2G-plus-Veranstaltung

Kunst-Ausstellung auf der Fleetinsel

Es kommt nicht so häufig vor, dass eine Hamburger Galerie eine renommierte (Wahl-)Hamburger Künstlerin präsentiert. Umso besonderer ist die Ausstellung, die am 3. Februar mit Werken von Inge Krause bei Mathias Güntner auf der Fleetinsel eröffnet. Krause wurde 1945 in Boitzenburg geboren; sie studierte an der Hochschule für bildende Künste, lebt und arbeitet heute in Hamburg. Ihr über 30 Jahre langes Schaffen war und ist geprägt von der Neugierde zu sehen.

Charakteristisch sind ihre unscharfen, flächigen Farbverläufe, die die Künstlerin mit Pastellkreide auf Baumwolle aufträgt, sie folgen einem klaren Konzept und erzeugen spontan ein intensives, emotionales Empfinden beim Betrachten. Ungewöhnlich ist auch die Vita der Malerin: An der HfbK ließ sie sich sowohl von Gotthard Graubner (der der Farbe in seinen monochromen Bildern ein Eigenleben gab) als auch von dem einstigen Aktionskünstler Stanley Brouwn ausbilden. Unbedingt ansehen!

Inge Krause bis 2.4., Galerie Mathias Güntner (S Stadthausbrücke), Admiralitätstraße 71, Mi–Fr 12.00–18.00, Sa 12.00–15.00, Eintritt frei, 2G, www.mathiasguentner.com

Musical „Kleine Horrorladen“

Es gibt diese gar nicht mal so opulenten Musicals, die sind längst Kult. Dazu gehört der auch in Hamburg schon in anderen Theatern als dem First Stage gespielte „Kleine Horrorladen“. Dennoch dürfen Liebhaber des schwarzen Humors gespannt sein, wie Regisseur Felix Löwy und Choreograf Phil Kempster auf der kleinen modernen Bühne das 1982 in New York uraufgeführte Stück interpretieren.

Beide überzeugten in Altona-Altstadt mit „Fame“, „Carrie“ und zuletzt „Footloose“ und dürften wie viele Fans die „Horrorladen“-Verfilmung mit Rick Moranis (1986) noch im Hinterkopf haben. Im First Stage spielt, singt und tanzt im zehnköpfigen professionellen Ensemble Joshua Edelsbacher die Rolle des Seymour. Jenes schüchternen Verkäufers, der mit der Anschaffung einer fleischfressenden und sprechenden Pflanze für reichlich Bewegung im bis dato traurigen Blumenladen sorgt.

„Der kleine Horrorladen – Das Musical“: Vorpremieren Sa 5./So 6.2., jew. 19.00, Premiere Mo 7.2. 19.00 (ausverkauft) ab Mi 9.2., bis 28.4., jew. 19.30, 2G-plus-Veranstaltungen auch mit Abstand, First Stage Theater (Bus 16, 112, 115), Thedestraße 15, Karten zu 39,- bis 55,-; www.firststagehamburg.de

Musikalische Lesung: „Haus des Paul Levy“

Der gebürtige Hannoveraner Michael Batz ist ein Gesamtkünstler, der immer wieder Neues aus der Hamburger Historie ans Licht der Öffentlichkeit fördert. In seinem jüngsten Buch erzählt der 70-Jährige, erst im vorigen Oktober für seine vielfältige Arbeit gegen das Vergessen mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt, vom „Haus des Paul Levy“. Es war in den 1920ern das erste baugenossenschaft­liche Projekt der Hansestadt und ein Schauplatz der Zeitgeschichte.

Bewohnt von prominenten Bankern, Sportlern und Künstlern in unmittelbarer Nähe zum Grindelviertel mit der damaligen Bornplatz-Synagoge, spiegelte es wie kein anderes das Selbstverständnis deutscher Juden. Michael Batz spricht und liest am Sonntag im Literaturzentrum, musikalische Begleitung: Edgar Herzog (Klarinette), Jakob Neubauer (Bajan).

„Das Haus des Paul Levy“: So 6.2., 19.30, Literaturhaus/Eddy-Lübbert-Saal (Bus 6, 17), Schwanenwik 38, Eintritt 7,-/erm. 5,-, 2G-plus-Veranstaltung, www.lit-hamburg.de

Klassik: Symphoniker Hamburg in der Laeiszhalle

Erst das Feuerwerk der Gefühle, hitzig und temperamentvoll. Und im Anschluss das beseelte, erfrischte Durchatmen: Das Programm der Symphoniker Hamburg am 10. Februar in der Laeiszhalle klingt durchaus sexy. Zusammen mit dem bulgarischen Geiger Svetlin Roussev und unter der Leitung des Spaniers Pablo González verknüpft das Ensemble iberisches Feuer und französische Leidenschaft mit deutscher Romantik.

Präsentiert werden im ersten Teil des Abends die Symphonie espagnole für Violine und Orchester d-Moll op. 21 von Édouard Lalo (1823–1893) und in der zweiten Hälfte die Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 73 von Johannes Brahms (1833–1897).

Symphoniker Hamburg & Svetlin Roussev: Do 10.2., 19.30, Laeiszhalle (U Gänsemarkt), Johannes-Brahms-Platz, Karten ab 9,90 im Vorverkauf, 2G-plus-Veranstaltung, www.elbphilharmonie.de

Pippi Langstrumpf im Thalia Theater

Pippi Langstrumpf ist seit vielen Jahrzehnten eine kunterbunte Berühmtheit, die generationsübergreifend beliebt ist. In der Inszenierung von Jette Steckel erwacht die von Astrid Lindgren erdachte Kultfigur mit den roten Zöpfen am 8. Februar auf der Bühne des Thalia Theaters in der Gaußstraße zum Leben. Als Tommy und Annika Pippi Langstrumpf kennenlernen, stellt sie die Welt der Geschwister ganz schön auf den Kopf, denn sie macht sich die Welt, wie sie ihr gefällt.

Das junge Mädchen lebt zusammen mit dem Affen Herr Nilsson und dem Pferd Großer Onkel in einer kunterbunten, mit allerlei spannendem Krimskrams vollgestopften Villa. Als sei das nicht verrückt genug, ist Pippi auch noch das stärkste Mädchen der Welt und besitzt einen Haufen Goldstücke. Gemeinsam erleben die drei Freunde Abenteuer und merken schnell, dass sie noch einiges voneinander lernen können.

„Pippi Langstrumpf“: Di 8.2., 18.30, Thalia in der Gaußstraße (Bus 2), Gaußstraße 190, Karten ab 15,-; ab 8 J., 2G-plus-Veranstaltung; www.thalia-theater.de

Gedenkwoche: Lesung und Diskussion

In der Gedenkenwoche „Unvergessen – 1700 Jahre jüdisches Leben“ liest die Hamburger Schriftstellerin und Publizistin Viola Roggenkamp am 10. Februar im ella Kulturhaus in Langenhorn aus ihrem noch unveröffentlichten Roman „Die nicht wirkliche Wirklichkeit der Jüdin Carola Schachtel“.

Im Anschluss an die Lesung folgt eine Diskussion mit der Autorin, zu der auch die Besucherinnen und Besucher herzlich eingeladen sind. Viola Roggenkamp schrieb bereits als freie Autorin für „Die Zeit“, die „Jüdische Allgemeine“ und die „taz“. Sie ist außerdem eine Mitinitiatorin der feministischen Zeitschrift „Emma“. Auch aufgrund ihrer eigenen Biografie widmet sie sich in ihren Büchern seit vielen Jahren voranging feministisch und jüdisch geprägten Themen.

Die nicht wirkliche Wirklichkeit der Jüdin Carola Schachtel“: Do 10.2., 19.00, ella Kulturhaus Langenhorn (Bus 278), Käkenflur 28, Eintritt 3,-, Anmeldung unter ella-kulturhaus@mookwat.de oder T. 53 32 71 50, 2G-plus-Veranstaltung

Führung im Museum für Hamburgische Geschichte

Das Museum für Hamburgische Geschichte bietet den Besucherinnen und Besuchern am 6. Februar eine Melange aus Musik und Kunst. In der Ausstellung werden unterschiedliche Objekte erlebbar gemacht, die sich auf die Rolle Hamburgs als Musikstadt in der Barockzeit beziehen. Der Cembalist und Musikwissenschaftler Michael Fuerst unterrichtet seit 2007 an den Musikhochschulen in Lübeck und Bremen. Nun führt er in Hamburg durch ein musikalisches Erlebnis und lässt die Exponate der Sammlung hörbar werden.

„Hör mal! Musik im Museum“: So 6.2. 15.45, 16.45, Museum für Hamburgische Geschichte (Bus 112), Holstenwall 24, Eintritt ab 6,-, Anmeldung vor Ort, 2G-plus-Veranstaltung; www.shmh.de

( HA )