CD-Tipps

Das sind ungewöhnliche Alben für einen ruhigen Januar

| Lesedauer: 2 Minuten
Tino Lange
Mit der richtigen Musik lässt sich auch der Januar besser ertragen.

Mit der richtigen Musik lässt sich auch der Januar besser ertragen.

Foto: picture alliance / dpa Themendienst | Christin Klose

Folk-Rock, radikal entkernte Cover-Songs oder synthetische Beats: Redakteur Tino Lange nennt seine CD-Tipps für den Januar.

„Always look on the bright side of life”, sang das Ensemble von Monty Python seinerzeit. Und Musik ist ja immer eine schöne Möglichkeit, auf die Licht-, aber auch auf die Schattenseiten des Lebens zu schauen. Das vierte Album „Brightside“ (Universal) der Folk-Rocker The Lumineers aus Denver ist dafür ideal.

Schon der Auftakt mit dem Titelsong ist anschmiegsam arrangiert und mehrdeutig mit seiner Beschreibung eines auf einer Brücke liegen gebliebenen Oldsmobiles. Wo geht das Leben weiter, und wie? Auf der Platte mit dem beatlesquen „A.M. Radio“, dem genauso eingängigen „Birthday“ und den Klavierballaden „Big Shot“ und „Rollercoaster“.

Die Produktion von Simone Felice beschränkt sich auf das Allernötigste: Kurze Lieder und spärliche Instrumentierungen sind eben manchmal effektvoller als die überproduzierten Popmonstrositäten unserer Zeit.

„Covers“: Ruhige Platte für ereignisarmen Januar

Und noch eine ruhige Platte für einen ereignisarmen Januar: „Covers“ (Domino Records) ist nach „The Covers Record“ (2000) und „Jukebox“ (2008) das dritte Album von Alternative-Sängerin Cat Power aus Atlanta, das Liedern aus fremden Federn widmet. Dieses Mal werden Werke von Frank Ocean, Jackson Browne, The Pogues, Nick Cave und Lana Del Rey teilweise sehr radikal entkernt, entschlackt und entschleunigt.

Das steht im Vergleich mit den Originalsongs nicht jeder Interpretation gut, andererseits ist das nicht so problematisch wie bei den Vorgängeralben, wo sich Cat Power teilweise wüst verhob, mit („I Can’t Get No) Satisfaction“ von den Rolling Stones zum Beispiel.

Blood Red Shoes haben Stilpalette enorm erweitert

Auf den ersten drei Alben zwischen 2008 und 2012 war das britische Duo Blood Red Shoes so ziemlich das Beste, wenn es um minimalistische, auf Schlagzeug und Gitarre beschränkte Rockbands ging. Inzwischen haben Laura-Mary Carter und Steven Ansell ihre Stilpalette allerdings enorm erweitert und sind jetzt auf „Ghosts On Tape“ (PIAS) zur Gothic- und Industrial-Band mutiert.

Maschinell, synthetisch und messerklingenkalt erzählen die beiden Schauergeschichten von Massenmördern und anderen bösen Zeitgenossen. Das Der Titel des Liedes „Morbid Fascination“, das spätestens im Outro den Nine-Inch-Nails-Nagel auf den Kopf trifft, beschreibt sehr gut das Albumkonzept. „Murder“, „Sucker“ und „Dig A Hole“ vertreiben gut die Zeit bis zur nächsten „Return Of The Living Dead“-Party in der Markthalle, sollte die sich noch einmal von den Toten erheben. Always look on the bright side of death.