"Pleasure" im Kino

Blick hinter die Kulissen der Pornoindustrie

Der Film „Pleasure“ handelt auch von weiblicher Lust und Selbstermächtigung (Symbilbild).

Der Film „Pleasure“ handelt auch von weiblicher Lust und Selbstermächtigung (Symbilbild).

Foto: imago/Panthermedia

Im Film "Pleasure" wird Neuland betreten, denn es wird die weibliche Sicht auf die männerdominierte Branche in den Fokus gestellt.

Hamburg. Ob sie beruflich („for business“) oder zum Vergnügen („for pleasure“) herkomme, wird die junge Schwedin bei der Einreise in die USA gefragt. Zum Vergnügen, sagt Linnéa (Sofia Kappel). Und wie sie das Wort „Pleasure“ ausspricht, klingt das wie eine Verheißung. Tatsächlich will die 19-Jährige beides: Sie will sexuelle Vergnügungen, aber sie will damit zum Star werden. Zielstrebig sucht sie, in der Pornoindustrie von Los Angeles Fuß zu fassen. Und die giert nach Frischfleisch.

Einen Blick hinter die Kulissen des Sexfilms zu werfen, ist nicht eben neu, selten aber ist es ein weiblicher Blick auf die männerdominierte Branche. Mit ihrem Langfilmdebüt betritt die schwedische Regisseurin Ninja Thyberg da wirklich Neuland. Schon in einem gleichnamigen Kurzfilm hat sie 2013 Einblicke ins Pornogeschäft genommen. Und sich durch ihre Recherchen das Vertrauen vieler Regisseure, Kameraleute und Agenten des Pornokinos erworben.

Sexfilm über weibliche Lust und Selbstermächtigung

„Pleasure“ handelt durchaus von weiblicher Lust und Selbstermächtigung. Thyberg zeigt aber auch, wie bei einem Pornodreh zunächst alle auf Fairness achten, die Stimmung indes sofort kippt, sowie die Kamera läuft. Nüchtern werden hier alltägliche Demütigungen und Ausbeutungen festgehalten. Ein entlarvender Film.


„Pleasure“ 109 Minuten, ab 18 Jahren, läuft im 3001, Abaton, Studio, Zeise

( zdr )