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Literatur: Das sind die besten Bücher des Jahres

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Rainer Moritz, den Leiter des Hamburger Literaturhauses, präsentiert sie besten Bücher des Jahres 2021. (Archivbild)

Rainer Moritz, den Leiter des Hamburger Literaturhauses, präsentiert sie besten Bücher des Jahres 2021. (Archivbild)

Foto: picture alliance/dpa | Georg Wendt

Top-Ten-Bücher aus dem Jahr 2021: Aus 56 besprochenen Neuerscheinungen haben die Kritiker jeweils zehn ausgesucht.

Hamburg.  Für Rainer Moritz, den Leiter des Hamburger Literaturhauses, ist ,,Mein kleines Prachttier“ von Marieke Lucas Rijneveld das Buch des Jahres. Der Roman, den Moritz als ein ,,hartes Buch“ bezeichnet, erzählt schonungslos von sexuellem Missbrauch in einer kleinen Dorfgemeinschaft. Das Werk der niederländischen Autorin hat sich in Moritz’ persönlichem Ranking gegen eine anspruchsvolle Konkurrenz durchgesetzt.

Immerhin hat dieser zusammen mit Abendblatt-Kulturredakteur Thomas Andre im vergangenen Jahr mehr als 50 Bücher im Literatur-Podcast ,,Next Book Please“ besprochen. In der aktuellen Episode ,,Die allerbesten Bücher des Jahres“,, präsentieren die beiden in einem Rückblick nun ihre jeweiligen Top-Ten-Bücher aus dem Jahr 2021.

Thematisch wird bei dieser Auflistung von Leïla Slimani über Christian Kracht bis zu Jonathan Franzen ein weites Feld abgedeckt. Joachim Bessings Buch ,,Hamburg. Sex City“ über die popkulturellen Strömungen der Hansestadt in den 1990er-Jahren findet sich ebenso wie Bernadine Evaristos mit dem Booker Prize ausgezeichnetes Werk ,,Mädchen, Frau etc.“, in dem die Autorin in ihrer Schilderung unterschiedlicher Protagonistinnen aktuelle Diskurse über Geschlechteridentität und Rassismus miteinander verknüpft.

Die besten Bücher des Jahres 2021

Im Hinblick auf die Erzählform sticht ,,Wie man langsamer verliert“ von Robert Robinson heraus. Bei diesem Text über einen Kriegsveteranen, der durch die USA der 1940er-/ 50er-Jahre wandert und im Hollywood der Film-Noir-Ära landet, handelt es sich um ein längeres Erzählgedicht, eine Gattung, die im deutschsprachigen Literaturbetrieb eher selten Beachtung findet.

Interessant werden solche Gespräche über Literatur insbesondere dann, wenn man nicht der gleichen Meinung ist. Umso erfreulicher, dass es jeweils unterschiedliche Titel auf den ersten Platz geschafft haben. Anders als Moritz entscheidet sich Thomas Andre für Douglas Stuarts Debüt ,,Shuggie Bain“, das einfühlsame Porträt einer schottischen Arbeiterfamilie in den 1980er-Jahren. Besser als Podcast-Hören ist natürlich Selberlesen. Oder Verschenken: Die vielfältige Titelauswahl dürfte jedenfalls eine ideale Inspirationsquelle sein.

( hplmr )