Bühne Hamburg

Staatsoper wechselt Regisseur aus – zwei Wochen vor Premiere

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David Bösch springt ein und will den Premierentermin halten.

David Bösch springt ein und will den Premierentermin halten.

Foto: picture alliance / Katrin Bruder

Paul-Georg Dittrich ist raus. Warum er Mozarts "Entführung aus dem Serail" nicht weiter inszenieren darf, und wer nun übernimmt.

Hamburg. Nur zwei Wochen vor der Premiere der Neuinszenierung von Mozarts „Entführung aus dem Serail“ trennt sich die Staatsoper mit sofortiger Wirkung vom ursprünglich vorgesehenen Regisseur Paul-Georg Dittrich. „Nach intensiven Gesprächen und in gegenseitigem Respekt“ habe man sich entschieden, die Zusammenarbeit „aufgrund künstlerischer Unvereinbarkeiten zu beenden“, lässt sich Intendant Georges Delnon zitieren.

Weitere Kommentare waren nicht zu bekommen. Einspringer ist David Bösch, der am Haus zunächst eine vielbeachtete „Manon“ inszeniert hatte und anschließend mit der Stream-Verfilmung von Udo Zimmermanns „WEISSE ROSE“ als „Graphic Opera“ mit wenig Planungsvorlauf eine weitere beachtliche Leistung ablieferte. Vor wenigen Tagen ist diese Produktion beim 58. Golden Prague International Television Festival mit dem Preis „Special Mention for Extraordinary Artistic Achievement“ ausgezeichnet worden.

Hamburgische Staatsoper holt Bösch ins Haus

Bösch ist seit vielen Jahren eine feste Größe in der europäischen Theater- und Opernszene. Mit dieser Aufgabe ist Bösch in dieser Saison so etwas wie der inoffizielle Hausregisseur an der Dammtorstraße, denn im Mai steht die dann dritte Opern-Arbeit in seinem Terminkalender: die Neuinszenierung von Donizettis „Don Pasquale“, mit Ambrogio Maestri, dem „Falstaff“ aus Calixto Bietos Hamburger Inszenierung, in der Titelrolle.

Dittrich hat in Hamburg studiert, hat 2018 für Samuel Penderbaynes „I.th.Ak.A“ den Theaterpreis Hamburg Rolf Mares in der Kategorie „Herausragende Inszenierung“ erhalten und war mit Bremer Produktionen zweimal für den Theaterpreis „DER FAUST“ nominiert.

Staatsoper will Mozart-Premierentermin einhalten

Der Mozart-Premierentermin 17. Oktober soll gehalten werden, hieß es. Der Rest des Ensembles bleibt unverändert: Adam Fischer, der zuletzt eine „Don Giovanni“-Serie leitete, dirigiert. Burghart Klaußner ist als Bassa Selim erstmals an der Staatsoper; Tuuli Takala, Ensemblemitglied der Semperoper, gibt als Konstanze ihr Rollendebüt. Narea Son wird als Blonde debütieren, Dovlet Nurgeldiyev singt Belmonte.

( jomi )