Auszeichnung

John Neumeiers „Ghost Light“ ist Ballett des Jahres

Die Tänzer Silvia Azzoni und Alexandre Riabko bei der Aufführung von "Ghost Light". Das Ballett von John Neumeier feiert seine Uraufführung am 06. September 2020 an der Staatsoper Hamburg.

Die Tänzer Silvia Azzoni und Alexandre Riabko bei der Aufführung von "Ghost Light". Das Ballett von John Neumeier feiert seine Uraufführung am 06. September 2020 an der Staatsoper Hamburg.

Foto: dpa/Markus Scholz

Hamburgs Ballett-Intendant macht die Corona-Pandemie zum Thema. Jury lobt: Vorstellung hat sich ins Gedächtnis gebrannt.

Hamburg.  John Neumeiers Ballett „Ghost Light“ wurde bei der jährlichen Kritikerumfrage der Zeitschrift „tanz“ zur „Produktion des Jahres“ gewählt. 31 Tanzjournalistinnen und -journalisten aus aller Welt stimmten für das Ensem­ble-Ballett, das nicht nur das geltende Abstandsgebot des Corona-Sommers 2020 respektiert, sondern es auch zu seinem Thema macht.

„Die Vorstellung hat sich ins Gedächtnis gebrannt. Und damit das: Wie Künstlerinnen und Künstler eine sehr schwierige Situation gemeinsam in ein Kunstwerk zu übertragen vermögen, als Form, nicht als Thema und schon gar nicht als Klage – und wie diese Form zurückwirkt auf die Gruppe als Ganzes und somit dem Kunstwerk, als Form, politischen Gehalt gibt“, schreibt die Tanzkritikerin Lilo Weber in ihrer Würdigung.

„Ghost Light“ wurde am 6. September 2020 in der Hamburgischen Staatsoper uraufgeführt. Mit kleinen Gruppen von Tänzerinnen und Tänzern entwickelt, reflektiert die Choreografie zu Musik von Schubert Situationen, Ängste, Beziehungen, Erinnerungen und Emotionen, die während der Pandemie erlebt wurden. Neumeier widmete diese Arbeit seinem Ensemble.

( HA )