Fotografie

Andreas Mühe sieht Merkel schon als historische Figur

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Der Künstler und Fotograf Andreas Mühe vor der St. Matthäus Kirche in Berlin.

Der Künstler und Fotograf Andreas Mühe vor der St. Matthäus Kirche in Berlin.

Foto: dpa

Die Ära von Kanzlerin Angela Merkel geht langsam zu Ende. Der Fotokünstler Andreas Mühe hat sich auf ganz eigene Art mit dieser Politikerin bechäftigt.

Dresden. Der Fotograf Andreas Mühe (41) sieht seine stilisierten Bilder mit seiner Mutter als Double von Kanzlerin Angela Merkel nicht als Satire.

"Es ist der Versuch, einen Umgang zu finden mit einer Frau, die unser Land geprägt hat und dadurch wohl jeden von uns mit. Ich bin 41 Jahre alt, 16 Jahre davon regierte Angela Merkel, das ist eine lange Zeit, auch meines Lebens", sagte der Künstler in einem "Spiegel"-Interview. "Ein Epochentitel muss noch gefunden werden. Merkel ist schon jetzt eine historische Figur, erkennbar durch drei vertraute Merkmale: Haltung, Haare, Blazer."

Rückblick auf die Ära Merkel

Die Fotografien mit seiner Mutter seien "reine Fiktionen", betont Mühe. "Politik kann wie ein Theaterbetrieb wirken, und so sind auch die Fotos gedacht." Sie wiesen aber auch in die Zukunft, "denn wahrscheinlich werden wir Merkel vermissen". Mühe meint: "Im Großen und Ganzen haben wir Glück, dass sie uns durch die letzten 16 Jahre gesteuert hat. Ich habe mich gefragt: Was macht eine solche Frau eigentlich, wenn sie in Rente ist?"

Andreas Mühe ist der älteste Sohn der Theaterregisseurin Annegret Hahn (70) und des Schauspielers Ulrich Mühe (1953-2007, "Das Leben der Anderen"). Er hat in der Vergangenheit die echte Angela Merkel fotografiert, aber auch schon einmal ein Merkel-Double inszeniert. Damals sah sich die Bundesregierung genötigt mitzuteilen, es handle sich bei der abgebildeten Person nicht um Merkel.

Nun zeigt er seine Mutter als Double der Regierungschefin meist von hinten im alten Bonner Kanzlerbungalow. Die Bilder sind ab 10. Juli in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (im Lipsiusbau) zu sehen. Die Ausstellung bis 29. August heißt "Alles, was noch nicht gewesen ist, ist Zukunft, wenn es nicht gerade jetzt ist".

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( dpa )