Corona-Dreharbeiten

Warum ein Filmteam in der HafenCity "ganz schön tapfer" war

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Auch Hamburg gehörte zu den Drehorten der Filmproduktion „Maret“. Alle 48 Stunden wurde die Crew getestet.

Auch Hamburg gehörte zu den Drehorten der Filmproduktion „Maret“. Alle 48 Stunden wurde die Crew getestet.

Foto: Red Balloon Film GmbH

"Maret" wurde nicht nur im Ausland gedreht, sondern auch in Hamburg und Schleswig-Holstein. Das brachte Schwierigkeiten mit sich.

Hamburg. Wie ein Seiltanz sei es gewesen, aber er sei gut gegangen. „Wir haben viel geschwitzt und schwer gezittert“, sagt Produzentin Dorothe Beinemeier zu den Dreharbeiten zum Film „Maret“, die gerade in Hamburg zu Ende gegangen sind. Die Luxemburgerin Laura Schroeder führte Regie, in den Hauptrollen sind die frühere Thalia-Schauspielerin Susanne Wolff und der dänische Star Iben Hjejle zu sehen.

Der Film erzählt von einer Frau, die einen Teil ihres Gedächtnisses verliert. In einer neurochirurgischen Pionieroperation versucht man, ihre Erinnerungen zurückzubringen. Gedreht wurde auf Lanzarote, in Luxemburg, Hamburg und Schleswig-Holstein.

Corona-Test alle 48 Stunden fürs Filmteam in Hamburg

„Wir hatten sehr strenge Hygiene-Regeln und deshalb auch keinen einzigen Corona-Fall“, sagt der luxemburgische Produzent Vincent Quénault. Auf Lanzarote hätte man das etwas lockerer gehandhabt, „aber das ist ja auch eine Insel“, so der Filmemacher.

In Deutschland seien die Tests sehr viel strenger gewesen. Alle 48 Stunden hätte das Team sich hier testen lassen müssen. „Wir haben innerhalb der Crew einzelne Blasen gebildet, damit nicht ständig alle mit allen zu tun haben“, so Beinemeier. Wenn es eine Infektion gegeben hätte, hätte man so nicht gleich das gesamte Team stilllegen müssen.

Techniker wurden zunächst positiv getestet

Einen Schreck haben die Filmemacher trotzdem bekommen. Zwei Techniker, die den Truck mit der Ausrüstung nach Hamburg bringen sollten, wurden zunächst positiv getestet – ein Fehlalarm, wie sich herausstellte.

„Der Film wurde vor vier Jahren in Luxemburg entwickelt. Niemand ahnte damals natürlich etwas von der Pandemie“, so der Produzent. „Wir mussten vieles umschreiben, wollten aber auch die Integrität der Regisseurin bewahren, die auch das Drehbuch mitgeschrieben hat. Das war am Ende aber auch eine Frage der Energie von all den Leuten, die am Set gearbeitet haben“, sagt Quénault. Anstrengend seien die Dreharbeiten gewesen: „Jedesmal, wenn wir eine Landesgrenze überschritten, haben sich die Regeln wieder geändert. Ich finde, wir waren ganz schön tapfer.“

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Bereits 2015 hatte Dorothe Beine­meier einen Film in Hamburg produziert, „Boy 7“, einen Thriller von Özgür Yildirim mit David Kross und Emilia Schüle, für den es viel Anerkennung aber nur wenig Publikum gab. Nur 31.000 Zuschauerinnen und Zuschauer wollten ihn sehen. „Das war meine Chance, mir eine blutige Nase zu holen“, sagt Beinemeier selbstironisch. „Es war ein Film für junge Leute, und die gehen nicht ins Kino“, bilanziert sie frustriert. Immerhin habe sie für den Film noch bei einigen Festivals Auszeichnungen erhalten.

„Maret“ soll 2022 in die Kinos kommen.

( vob )