Buchkritik

Hamburger Alltagsgeschichten voller Empathie

| Lesedauer: 2 Minuten
Der Autor auf dem Cover seines Buches „Passiert. Notiert. Bedacht. Gelacht.“

Der Autor auf dem Cover seines Buches „Passiert. Notiert. Bedacht. Gelacht.“

Foto: Kadera-Verlag / ILLUSTRATION: RUDOLF WERNITZ

Rainer Neumanns hat das Bändchen „Passiert. Notiert. Bedacht. Gelacht.“ geschrieben - das Honorar spendet er komplett.

Hamburg.  Womöglich ist es wirklich so einfach, wie es dieser Buchtitel suggeriert: „Passiert. Notiert. Bedacht. Gelacht.“ Einfach – aber eben nicht selbstverständlich. Nur wer mit offenen Augen und offenem Herzen durch sein Leben geht, erfreut sich auch an den kleinen Pointen des Alltags. Der Hamburger Reisebürokaufmann Rainer Neumann, seit vielen Jahrzehnten in St. Georg zu Hause, ist so jemand.

Seine Beobachtungen und Notizen hat er vor ein paar Jahren zu einem Erzählband zusammengefasst, erst kürzlich hat der Kadera Verlag eine erweiterte, erheiternde, erhellende Neuauflage dieser „Alltagsgeschichten“ herausgebracht. Und die ist tatsächlich ein echtes Kleinod, so viel Freundlichkeit, feiner Humor, Gelassenheit und Empathie stecken in diesem Band.

Neumann hält anrührende Begegnungen in Hamburg fest

Neumann berichtet von Begegnungen und Begebenheiten, nichts davon ist spektakulär, aber vieles vielleicht darum oft anrührend. Er erzählt von einem Obdachlosen, dem er ein Brötchen und einen Kaffe besorgt und der daruf besteht, ihm Trinkgeld zu geben, er schreibt von den rasanten neuen Stiefeln einer Kollegin (die, weil schneeweiß, eine Kundin für Gipsbeine hält) und vom Vergnügen, die meinungsstarke Peggy Parnass ins Theater zu begleiten.

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Und wer geglaubt hatte, dass Hamburger einsilbig wären, den belehrt Rainer Neumann elegant eines Besseren: Auf die Eröffnung, man habe ihn am Vorabend im Fernsehen gesehen, entgegnet sein Fischhändler nur trocken: „Ach was.“ Und das sind ja nun eindeutig zwei Silben. Das Autorenhonorar spendet Rainer Neumann komplett, an die Suppengruppe St. Georg und das CaFeé mit Herz. Wer das Büchlein (120 Seiten, 15 Euro) erwirbt, tut also Gutes – übrigens nicht zuletzt sich selbst.

( msch )