Boy-Gobert-Preis 2020 geht an Josefine Israel

Portraitfoto Josefine Israel Schauspielerin Portrait © Werner Bartsch Das Bild darf im Rahmen der Ankündigung und Berichterstattung unter Nennung des Copyrights honorarfrei genutzt werden. Bitte senden Sie uns ein Belegexemplar an presse@schauspielhaus.de.

Portraitfoto Josefine Israel Schauspielerin Portrait © Werner Bartsch Das Bild darf im Rahmen der Ankündigung und Berichterstattung unter Nennung des Copyrights honorarfrei genutzt werden. Bitte senden Sie uns ein Belegexemplar an presse@schauspielhaus.de.

Foto: WERNER BARTSCH / Werner BartschDas Bild darf im Rahmen der Ankündigung und Berichterstattung unter Nennung des Copyrights honorarfrei genutzt werden. Bitte senden Sie uns ein Belegexemplar an presse@schauspielhaus.de.

Hamburg.  Vergangenen Freitag erst feierte Josefine Israel Premiere: mit der Rainald-Goetz-Uraufführung „Reich des Todes“ am Schauspielhaus, Israel spielte hier eine Soldatin. Und am gestrigen Mittwoch wurde bekannt gegeben, dass die 1991 in Frankfurt/Oder geborene Schauspielerin den Boy-Gobert-Preis 2020 erhält. Verdient. Weil Israel es schafft, selbst kleine Rollen mit großer Präsenz aufzuladen. Oder, wie es der Preisjury-Vorsitzende Burghart Klaußner formuliert: „Josefine Israel versteht es, sowohl im Solomoment als auch im musikalischen Gefüge des Ensemblespiels ihr kraftvolles Spiel zu entfalten, das dabei stets auch die Zerbrechlichkeit ihrer Figuren – also von uns allen – durchscheinen lässt.“

Seit 2015 ist Israel fest im Ensemble des Schauspielhauses, hier hatte sie bislang wenig Hauptrollen, brachte sich aber immer wieder mit ihrem eigenwilligen Spiel in Erinnerung: in „Schlafende Männer“, in „Häuptling Abendwind“, im zum Berliner Theatertreffen eingeladenen „Anatomie eines Suizids“. Ausgebildet wurde sie an der Universität der Künste Berlin, zuvor spielte sie im Jugendclub P14 der Berliner Volksbühne, und von dort hat sie vielleicht ihre kratzbürstige Tomboy-Art mitgebracht. Sie wirkt jung, deutlich jünger als Ende 20, weswegen sie gerne als Tochter oder junge Partnerin der Hauptfigur besetzt wird, bezeichnend die Rolle „Süße“ in Karin Beiers Inszenierung von „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“ „Süß“ im engeren Sinne ist Israel aber nicht, mit festen Rollenzuschreibungen braucht man ihr gar nicht zu kommen. Sie ist gleichzeitig böse und nett, naiv und reflektiert, Mann und Frau, somnambul und voll präsent – geht alles. Und damit ist sie die perfekte Preisträgerin für den mit 10.000 Euro dotierten, seit 1981 durch die Körber-Stiftung verliehenen Nachwuchspreis.