Interview

Rufus Wainwright: „Trump und die Republikaner müssen gehen“

Rufus Wainwright wird vor seinem Hamburg-Auftritt auf Corona getestet.

Rufus Wainwright wird vor seinem Hamburg-Auftritt auf Corona getestet.

Foto: imago stock

US-Sänger Rufus Wainwright gibt an diesem Donnerstag gleich zwei Konzerte auf Kampnagel – und bezieht im Interview Stellung.

Hamburg. Der kanadisch-US-amerikanische Folksänger Rufus Wainwright gibt an diesem Donnerstag zwei Solo-Konzerte auf Kampnagel. Zustande kamen die recht spontan organisierten Auftritte über eine spezielle Hamburg-Verbindung. Drei Fragen an den Musiker.

Sie werden Ihr erstes Konzert seit Monaten vor Publikum in Hamburg spielen – der Heimatstadt Ihres Ehemannes, Jörn Weisbrodt – und Songs des neuen Albums „Unfollow The Rules“ vorstellen. Wie fühlt es sich an, wieder reisen und auftreten zu können?

Rufus Wainwright: Ich bin so glücklich, dass meine erste europäische Show auf Kampnagel stattfinden wird. Ich schätze die Arbeit, die unser Freund András Siebold dort macht, und betrachte diesen Ort als meine künstlerische Heimat in Deutschland. Ich bin dort in den vergangenen Jahren ja in ganz unterschiedlichen Zusammenhängen aufgetreten. Es ist großartig, wieder zurück zu sein.

Die USA sind sehr schwer betroffen von der globalen Pandemie. Ihre Reaktion auf den Lockdown war kreativ: Sie haben jeden Tag ein kleines Konzert in Ihrem Wohnzimmer am Flügel gegeben und es „Quarantunes“ genannt. Hat die Musik in einer Situation wie dieser geholfen?

Rufus Wainwright: Das hat mir und auch anderen enorm geholfen. Ich glaube, es hat so gut funktioniert, weil es eine sehr natürliche Reaktion war: Auf einmal hatte ich sehr viel Zeit, Musik zu machen und viele Leute hatten eine Menge Zeit zuzuhören. Natürlich war es für mich auch besonders hilfreich, eine tägliche Routine zu haben.

Die Präsidentschaftswahlen in den USA stehen im November bevor. Wie sind Ihre Erwartungen, Hoffnungen und Befürchtungen angesichts der aktuellen Situation in den Vereinigten Staaten?

Rufus Wainwright: Amerika ist in einem so desolaten Zustand, dass ich an nichts anderes denken kann. Trump und die Republikaner müssen gehen. Bei dieser Frage geht es wirklich um das Überleben der Welt. Die aktuellen Brände in Kalifornien sind hierfür ein Beweis und Trump hat sie nur ein einziges Mal erwähnt. Schrecklich.

Konzerte Rufus Wainwright 17.9., 19.00 und 21.30, Kampnagel, Jarrestr. 20-24, Karten unter T. 27 09 49 49; www.kampnagel.de; Rufus Wainwright im Internet: rufuswainwright.com