Film

Komponisten- Doku im Kino: „Das Arvo Pärt Gefühl“

Komponist Arvo Pärt feiert am heutigen Freitag seinen  85. Geburtstag.

Komponist Arvo Pärt feiert am heutigen Freitag seinen 85. Geburtstag.

Foto: Franck Robichon / dpa

Der Film ist weniger ein Komponistenporträt als vielmehr der ausgedehnte Besuch mehrerer Orchesterproben.

Hamburg. Ob sich der niederländische Regisseur Paul Hegemann beim Konzept seines Dokumentarfilms an einem Bonmot seines Hauptdarstellers orientiert hat, ist nicht bekannt. Der Este Arvo Pärt, ei-ner der meistgespielten Komponisten der Gegenwart, soll einmal gesagt ha-ben: „In der Kunst ist alles möglich. Aber es ist nicht alles nötig, was getan wird.“

Die Musik des 85-Jährigen, der kurz vor dem Lockdown noch zu einem Konzert seiner Werke in die Elbphilharmonie kam, ist ruhig und raumgreifend zu-gleich. Sie ist der eigentliche Hauptdarsteller in „Das Arvo Pärt Gefühl“. Der Film ist weniger ein Komponistenpor­trät als vielmehr der ausgedehnte Besuch mehrerer Orchesterproben.

Auch Filmemacher hat Pärt nachhaltig beeindruckt

Musiker und Dirigenten versuchen, Pärts Kompositionen mit Worten zu beschreiben – ein schwieriges Unterfangen. Raoul Boesten, Dirigent des Kammerchors Kwintessenz, schildert die Werke als konfrontativ und tröstend zugleich. Die Leiterin der Amsterdam Sinfonietta, Candida Thompson, verspürt eine „starke atmosphärische Aura“. Auch Filmemacher hat Pärt nachhaltig beeindruckt. Von Terrence Malick über Tom Tykwer bis zu Werner Herzog hat der Este immer wieder Regisseure animiert, seine Kompositionen in ihren Filmen zu verwenden.

Pärt, den man in die Kategorie der „Neuen Einfachheit“ einstuft, hört den Musikern geduldig zu, sagt aber nur wenig. „Es muss eine Liebesgeschichte sein“, fordert er bei einer Probe des Amsterdamer Cello-Oktetts. Man müsse „immer wieder den Staub von alten Klängen nehmen“, sagt er an anderer Stelle. Die Einschätzung seiner Musik steht in diesem Film mehr im Fokus als der Mensch, über den man gern noch mehr erfahren hätte, aber Regisseur Hegemann traute sich wohl nicht so richtig an sein Motiv heran.

„Das Arvo Pärt Gefühl“ 78 Minuten, ohne Altersbegrenzung, läuft im Abaton