Kultur

Spielzeit im Fundus Theater beginnt mit dem Wow-Effekt

Das Fundus Theater

Das Fundus Theater

Foto: Andreas Laible / HA

Das Theater hat sich ein besonderes Programm ausgedacht. Schließlich steht das 40. Bühnenjubiläum der beiden Theatergründerinnen an.

Hamburg.  „Solidarität zwischen den Generationen, das ist mit Corona noch wichtiger geworden“, sagen Sylvia Deinert und Tine Krieg. „Gerade jetzt müssen wir neu darüber nachdenken, wie Alte und Junge sich begegnen und für­einander einstehen können. Kinder müssen in dieser Zeit auf so vieles verzichten.“ Aber bitte nicht auf Kultur.

Deshalb hat das Fundus Theater sich ein ganz besonderes Programm ausgedacht. Schließlich steht in diesem Jahr auch das 40. Bühnenjubiläum der beiden Theatergründerinnen an. Zur Feier wird die Spielzeit am morgigen Freitag mit einer interaktiven Ausstellung eröffnet, in der Kinder und Erwachsene die Dinge erforschen können, die sich über 40 Jahre im Fundus des Theaters angesammelt haben: „Hübsch Gemachtes“, „Falsch Sortiertes“, „Täglich Genutztes“ – so viele Merkwürdigkeiten und Möglichkeiten, mit den Dingen Geschichten zu erzählen. Etwa mit dem Schlafhasen, erstanden vor Jahren von einem kleinen Mädchen auf einem Flohmarkt, der fortan bei vielen Aufführungen den Kindern eine beinahe magische Ruhe schenkte.

Kinder treten gegen Erwachsene an

Gleich am ersten Wochenende (12. und 13.9., 15 bis 18 Uhr) gibt es auch den Wow-Effekt. „Wahrheit oder Wagnis“ heißt es, wenn Kinder gegen Erwachsene antreten und sich gegenseitig per Video Fragen und Aufgaben stellen, die dann live auf der Bühne beantwortet werden müssen. Warum müssen Kinder immer den Erwachsenen zuhören? Was wäre das erste Gesetz, das du erlassen würdest, wenn du Bundeskanzlerin wärst?

„Eine Klasse für sich“ heißt das Format, mit dem Schulen das Theater unter Corona-Bedingungen sicher besuchen können: „Wir planen Aufführungen um 10 Uhr für jeweils nur eine Gruppe. So können wir aktuellen Corona-Vorgaben entsprechen.“ Dank dem Profund Kindertheater ist dieses neue Format kostenlos. Schulklassen können sich mit einer kurzen Motivationsmail an das Fundus Theater bewerben.

Im Oktober geht es um Zucker

Im Vorfeld der Hamburger Bürgerschaftswahl im vergangenen Februar sollte herausgefunden werden, wie sich Politik verändern würde, wenn Kinder wählen dürften. Kinder und Erwachsene konnten im Kinderwahlbüro (KWB) ihre Stimme abgeben und sich spielerisch mit dem Kinderwahlrecht und der Bürgerschaftswahl auseinandersetzen. Der Abschlussbericht soll den Parlamentariern auf einer Veranstaltung am letzten September-Wochenende überreicht werden.

Im Oktober geht es um Zucker. Zucker wird geliebt, um Zucker wird aber auch gekämpft – Kinder auf der einen Seite, Erwachsene auf der anderen. In der Inszenierung „Auf Zucker“ wollen die Darsteller gemeinsam mit dem Publikum herausfinden, warum der Zucker eine solche Macht über die Menschen hat. Und zwar im Selbstversuch.

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Auch nach 40 Jahren, die nicht immer einfach waren, geht der Blick nach vorn. Ein kleiner Rückblick ist aber erlaubt. „Es war immer ein Wachsen“, sagt Tine Krieg. „Wir haben uns durch Griesbrei und durch Steinhügel gebuddelt, aber es ging immer nach vorne.“