Trauer

Jazz-Bassist Gary Peacock im Alter von 85 Jahren gestorben

Bassist  Gary Peacock gehörte zum  Standards Trio  von Keith Jarrett.

Bassist Gary Peacock gehörte zum Standards Trio von Keith Jarrett.

Foto: Bruno Bebert / picture alliance / dpa

Der Jazzwelt geht damit ein Mann verloren, der als Teamplayer am Bass stets eigene Impulse setzte.

New York.  Das Studium der japanischen Sprache, in der es keine Personalpronomen im westlichen Sinne gebe, habe seinen Geist geöffnet und geholfen, Selbstlosigkeit zu kultivieren, hat Gary Peacock einmal gesagt. Da war er schon seit Jahrzehnten eine feste Größe in der internationalen Jazzwelt und längst für seine musikalische Egolosigkeit, seinen Dienst am großen Ganzen bekannt.

In den Vordergrund jedenfalls spielte sich der Bassist, der in den 60ern kurz mit Miles Davis arbeitete und später mit Bill Evans, Paul Bley und Albert Ayler auf der Bühne stand, selten. Gerade mal ein Dutzend Alben als Leader nahm er im Laufe seiner langen Karriere auf – die Alben, die zu echten Klassikern wurden, waren die, bei denen sein Name nicht an erster Stelle genannt wurde.

Vor allem natürlich die zahlreichen Einspielungen mit Pianist Keith Jarrett und Schlagzeuger Jack DeJohnette, dem sogenannten Standards Trio. Sämtlich erschienen beim Münchner ECM Label, viel prämiert, auch die letzte Veröffentlichung „After The Fall“ aus dem Jahr 2018.

Gary Peacock starb am vergangenen Freitag in New York

Wie erst jetzt bekannt wurde, ist Gary Peacock am vergangenen Freitag in New York gestorben, mit 85 Jahren und „in völligem Frieden“, wie seine Familie mitgeteilt hat.

Der Jazzwelt geht damit ein Mann verloren, der sich nie als simplen Timekeeper verstand, sondern als Teamplayer am Bass stets eigene Impulse setzte. ECM-Gründer Manfred Eicher schrieb zum Tod des Weggefährten: „Ich habe einen lebenslangen Freund verloren, und einen Musiker, den ich außerordentlich bewunderte, seit ich ihn das erste Mal hörte. Wir waren froh und stolz, ihn schon so früh auf unserem Label zu
haben.“

Tatsächlich nahm Gary Peacock, der Piano, Vibrafon und Schlagzeug spielte, bevor er als 20-Jähriger zum Bass wechselte, bereits 1977 sein erstes ECM-Album auf, an etwa 50 weiteren war er in den folgenden Jahrzehnten beteiligt, darunter Jazz-Meilensteine wie „December Poems“ (mit Jan Garbarek) und „Amaryllis“ (mit Marilyn Crispell).
Er wird fehlen.