Hamburg

Imperial Theater: „Mit Abstand die besten Krimis“

Marina Zimmermann in der Rolle der Elizabeth Cody und Patrick Michel als Tommy Cawler (Mrs. Codys Neffe) im Stück „Die Tür mit den sieben Schlössern“ von Edgar Wallace

Marina Zimmermann in der Rolle der Elizabeth Cody und Patrick Michel als Tommy Cawler (Mrs. Codys Neffe) im Stück „Die Tür mit den sieben Schlössern“ von Edgar Wallace

Foto: Oliver Fantitsch

Die Privatbühne spielt wieder. Chef Frank Thannhäuser hat den 14. Edgar-Wallace-Krimi pandemiegerecht umgeschrieben.

Hamburg.  Heimlich, still und leise – wie in einem guten Thriller – hat auf St. Pauli auch das Imperial Theater seinen Spielbetrieb wieder aufgenommen. Deutschlands führendes Krimitheater hatte seinen untadeligen Ruf erst Anfang März mit der deutschen Erstaufführung von „Die Tür mit den sieben Schlössern“ gefestigt, ehe das Haus gut eine Woche später wie alle anderen Hamburger Bühnen schließen musste. Zunächst bis Ende April, dann bis Ende Juni.

Bereits im Mai hatte der findige Intendant, Regisseur, Ausstatter und Übersetzer Frank Thannhäuser für seine 14. Edgar-Wallace-Adaption – eine der gelungensten seit Jahren – drei Spielszenen und eine Kuss-Szene pandemiegerecht umgeschrieben, damit die acht Darsteller die Hygiene- und Sicherheitsauflagen einhalten. „Mit Abstand die besten Krimis“ lautet nun der Slogan des Imperials. Regie-Assistentin Janine Krieger: „Alle freuen sich, dass es weitergeht – sowohl die Schauspieler als auch die Zuschauer.“

Maximal 85 Zuschauer dürfen in den Saal

Von denen dürfen in den 272-Plätze-Saal sicherheitsbedingt derzeit aber maximal 85. Janine Krieger, der kaufmännische Leiter Florian Lienkamp oder Thannhäuser selbst notieren vor dem Eingang abends die noch fehlenden Namen und Rufnummern der Gäste und steuern den Zugang in das bis zur Corona-Krise 25 Jahre unsubventionierte Privattheater. Beim Einlass kann das Publikum an der Foyer-Bar (mit selbst gebauten Desinfektionsspendern) gleich Getränke für die Pause ordern – diese werden auf Wunsch an den Platz gebracht.

Ein weiterer Clou ist ein Einbahnstraßensystem, das den Mindestabstand von 1,50 Metern gewährleisten soll: Die Gäste gehen – wie auch nach der Vorstellung – durch zwei Notausgänge im Parkett und Rang hinaus. Im Theater müssen Mund-Nasen-Bedeckungen getragen werden, auf den Plätzen dürfen die Masken dann abgenommen werden.

Wallace-Krimi soll bis August 2021 aufgeführt werden

Bis Ende April hätte „Die Tür mit den Schlössern“ übrigens 100 Prozent Auslastung gehabt. Jetzt ist es aufgrund der reduzierten Kapazität ähnlich. Manche Besucherinnen und Besucher würden auch gern ihre Gutscheine einlösen, andere hätten sie gespendet, manche seien erst in der Corona-Zwangspause auf das Stück gekommen, so Imperial-Mitarbeiterin Krieger.

Statt bis zum Februar soll der 14. Wallace-Krimi im Imperial nun bis August 2021 für Spannung sorgen. Und in diesem September stehen auch wieder bewährte Gastspiele wie „Buddy Forever“ (7.9.) mit Marco Formanek und Co., „Morden im Norden“/Steife Brise (9.9.) oder Abende von und mit Musik-Comedian Jan-Christof Scheibe (21. und 28.9.) auf dem Plan.

„Die Tür mit den sieben Schlössern“ bis Aug. 2021, Do–Sa 20.00, ab Nov. auch Sa 16.00, Imperial (U St. Pauli), Reeperbahn 5, Karten ab 20,-: T. 31 31 14; www.imperial-theater.de