Hamburg

Zillmer-Preis 2020 geht an Comicverlag Reprodukt

Das Preisgeld wurde angesichts der herausfordernden Situation der Verlagsbranche in diesem Jahr auf 20.000 Euro aufgestockt.

Hamburg.  Der mit 20.000 Euro dotierte K.-H.-Zillmer-Verlegerpreis geht in diesem Jahr an den Berliner Reprodukt-Verlag und seinen Verleger Dirk Rehm. Gemeinsam mit der 2019 gestorbenen Jutta Harms prägte er seit 1991 ein ganzes Genre: Reprodukt war im deutschsprachigen Bereich Pionier in Sachen Comics und in Deutschland einer der ersten Verlage, der sich der Graphic-Novel-Literatur verschrieb. Pro Jahr erscheinen bei Reprodukt rund 40 Titel, ungefähr ein Drittel davon sind Comics für Kinder.

Der Reprodukt-Verlag habe „für die internationale und deutsche Zeichner-Szene Gewaltiges geleistet“, heißt es in der Begründung der Jury. „Hier wurden Graphic Novels schon veröffentlicht, als kaum jemand den Begriff kannte und wir noch Donald Duck lasen.“ 30 Jahre auf einem derart hohen Niveau unabhängige Bücher zu veröffentlichen sei „eine Meisterleistung“.

Preisgeld aufgestockt

Den K.-H.-Zillmer-Verlegerpreis für besonders verdienstvolles verlegerisches Handeln vergibt die Zillmer-Stiftung unter dem Dach der Hamburgischen Kulturstiftung seit 1994 alle zwei Jahre. Angesichts der herausfordernden Situation der Verlagsbranche hat Petra Zillmer, die Frau des Hamburger Ingenieurs und Stifters Karl-Heinz Zillmer (1936–2013), nun laut Kulturstiftung beschlossen, das Preisgeld von 10.000 Euro auf 20.000 Euro aufzustocken. Die Preisverleihung findet am 2. November 2020 im Hamburger Literaturhaus statt.