Luft nach oben bei August August auf dem Lattenplatz

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Hamburg. „Das ist mein erstes Corona-Konzert, ich habe noch Angst“, sagt Kathrin Ost vor dem ersten Lied ihrer Band August August am Donnerstag auf dem Lattenplatz. Aber für Angst gibt es keinen Grund, hat die allergische Sängerin und Bassistin für den (nicht sehr wahrscheinlichen) Fall eines Wespenstichs doch sogar ihren Allergie-Pen dabei. Und die Tische stehen regelkonform weit auseinander beim zweiten Konzert der Reihe „Super People Stage“ von Rockcity Hamburg, musicHHwomen und Knust. Knapp 60 Gäste sind da, Platz wäre für 200 Menschen; man wünscht sich mehr Publikum für den dynamischen wie gefühlvollen Pop des Hamburger Duos, das auf dem Lattenplatz von Schlagzeuger Leo Binas und Gitarrist Gregor Sonnenberg verstärkt wird. Da ist also noch Luft nach oben, allerdings ist die Reihe „Super People Stage“ auch noch neu und nicht jahrelang etabliert wie „Knust Acoustics“.

Aber jeder Auftritt zählt in diesen Zeiten, sowohl für die Menschen vor als auch auf und hinter der Bühne. Während des Auftritts wendet sich Ost ironisch in einer Ansage an die Hamburgische Investitions- und Förderbank, doch nach drei Monaten jetzt mal ihre Soforthilfe auszuzahlen. Nehmen was geht und dafür viel geben: Knapp 90 Minuten inklusive Pause spielt das Quartett, und auch wenn man sich davon nichts kaufen kann, gibt es viel Applaus für „Krokodil“, „Die Katze weiß, wann sie verloren hat“, „Deine Freunde“ und das wunderschöne „Palinuro“. Kathrin Ost und ihr Bandpartner David Hirst haben ein Händchen für Melodien, kleine Dramen, Herz- und Fernweh. Und sie sind deutlich besser im Umgang mit den Instrumenten als mit dem Allergie-Pen, der irgendwann auseinanderfällt.

Die „Super People Stage“ bietet auch in den kommenden Wochen ein gutes Programm mit Künstlerinnen von hier: Am 30. Juli ist Catharina Boutari alias Puder dran, am 6. August spielt Luisa und am 11. August Vivie Ann auf dem Lattenplatz.

( tl )