Corona

Kultur im Netz: John Cage und sein Klassiker „4’33’’“

John Cage schrieb 1949 eine „Vorlesung über das Nichts“.

John Cage schrieb 1949 eine „Vorlesung über das Nichts“.

Foto: picture alliance

Digitalkonzert, gestreamter Auftritt, Onlinelesung, YouTube-Ideen oder Podcast. Der Abendblatt-Tipp des Tages.

Wer? John Cage: US-amerikanischer Komponist, Kreuz- und Querdenker, leidenschaftlicher Pilzsammler und -experte.

Was? Ein Radio-Feature über das berühmteste Stück, das John Cage je geschrieben und nie „gespielt“ hat. Denn seine Komposition „4’33’’“, 1952 im kleinen Städtchen Woodstock, New York, uraufgeführt, erklärt die Abwesenheit von Tönen zu einer anderen Art von Ereignis. Knapp fünf Minuten, der Soundtrack eines leeren Notenblatts, in denen alles andere als ein konkreter Ton wichtig wird: vom Knarzen der Stühle des Publikums bis zum eigenen Herzschlag. Die BBC erzählt in „Silent Witness“ (auf Englisch), was Zen, der Umgang mit Stille und der Verzicht auf alles Unwesentliche für Cages Arbeit bedeuteten.

Warum? Weil der Schönberg-Schüler Cage, so liebenswürdig verpeilt er oft auch gewirkt haben mag, ein Genie in der Kunst des 20. Jahrhunderts war.

Kostenlos? Ja, zu hören auf der BBC Radio 3-Website von „BBC Sounds“.

( HA )