Hamburg

Thalia-Schauspieler Peter Maertens gestorben

Hamburg: Der Thalia-Schauspieler Peter Maertens ist im Alter von 88 Jahren gestorben.

Hamburg: Der Thalia-Schauspieler Peter Maertens ist im Alter von 88 Jahren gestorben.

Foto: Roland Magunia

Er wirkte mehr als 60 Jahre in Hamburg. Peter Maertens spielte in bahnbrechenden Stücken des Thalia Theaters mit.

Hamburg. Der renommierte Hamburger Schauspieler Peter Maertens ist tot. Nach Angaben seines Sohnes im Online-Portal nachtkritik.de starb Maertens am Sonnabend im Alter von 88 Jahren. Er stammte aus einer Schauspielerfamilie, dessen "Oberhaupt" Willy Maertens war, der nach dem Zweiten Weltkrieg zwischenzeitlich sogar Intendant des Thalia Theaters war. Dort wirkte Peter Maertens mit Unterbrechungen über mehr als sechs Jahrzehnte. Auch seine Kinder Kai, Michael und Miriam sind Schauspieler.

Peter Maertens war die darstellende Kunst praktisch in die Wiege gelegt. Im letzten Abendblatt-Interview 2019 sagte er dennoch: "Ich bin ja geprägt durch meine Eltern, die waren beide am Theater. Meinen Vater Willy Maertens habe ich vor 83 Jahren das erste Mal auf der Bühne gesehen, da war ich fünf Jahre alt und er war das „Tapfere Schneiderlein“. Ich habe trotzdem bis zum Abitur überlegt, ob ich nicht lieber Arzt werden soll. Damals gab es kaum Fernsehen, es war einfach noch nicht so schick, Schauspieler zu werden. Viele Eltern haben gesagt: Lern lieber einen richtigen Beruf. Das war bei meinen Eltern natürlich anders."

Peter Maertens war Ehrenmitglied des Thalia Theaters

Und so arbeitete er nach dem Theater-Studium in seiner Heimatstadt Hamburg zunächst in Oldenburg, Freiburg und Göttingen, ehe er lange Jahre am Thalia spielte. Hier war er Ensemble-Mitglied in Interpretationen von Schillers "Räubern", "Draußen vor der Tür" oder "Platonow". Peter Mertens war auch Ehrenmitglied des Thalia-Ensembles.

Im Abendblatt-Interview sprach er lobend von jungen Kolleginnen und Kollegen: "Mein Eindruck ist: Die jungen Schauspieler, die heute zu uns kommen, Männer wie Frauen, die sind viel professioneller und viel besser ausgebildet als wir es damals waren. Bei uns war es doch mehr Learning by Doing. Woher man kam, spielte keine Rolle, wenn man gut war." Und Peter Maertens war gut.