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Trotz Corona: Johannes Oerding gibt Konzerte im Stadtpark

So voll wie auf diesem Bild von 2018 wird es in diesem Sommer nicht werden (dürfen). Aber: Johannes Oerding spielt.

So voll wie auf diesem Bild von 2018 wird es in diesem Sommer nicht werden (dürfen). Aber: Johannes Oerding spielt.

Foto: Michael Rauhe

Der Hamburger Musiker tritt drei Mal im August auf. Draußen-Konzerte anderer Künstler sollen folgen.

Hamburg. Na also: Im Stadtpark wird es in diesem Sommer doch noch Konzerte geben. Natürlich Pandemie-gerecht, also in kleinerem Umfang – aber wer weiß, welcher Gewinn für den Besucher am Ende vielleicht damit verbunden sein könnte.

Konzerte im Stadtpark: Johannes Oerding tritt trotz Corona auf

Der Hauptgewinn für alle Fans von Johannes Oerding steht jetzt schon fest: Er ist es, der die verkürzte und ganz anders als ursprünglich geplante Saison auf der Freilichtbühne eröffnet. Und zwar an drei aufeinanderfolgenden Abenden am 20., 21. und 22. August – es ist die bislang einzige feste Terminierung, Veranstalter Karsten Jahnke will aber bald über weitere Konzerte informieren.

Nun erst einmal Oerding, dessen bislang letztes Album „Konturen“ 2019 erschien. Ehe Karsten Jahnke seine offizielle Pressemitteilung rausschickte, preschte Oerding („Alles brennt“, „An guten Tagen“) bereits auf seinen digitalen Kanälen vor.

Sein Instagram-Eintrag verrät dabei viel über den mentalen Zustand seines Berufsstands. „Endlich wieder live spielen!“ heißt es da unter anderem, „Wir haben sooo Bock auf Euch!“ Nichts ist schlimmer für den Künstler als der Verlust des Publikums.

Nicht nur Musiker von Corona-Krise betroffen

In der anschließend verbreiteten offiziellen Stellungnahme machte der 38-jährige Musiker deutlich, wen der Bruch im Kulturkalender auch trifft.

„Nach dem plötzlichen Abbruch meiner ausverkauften ‘Konturen’ -Tournee im März war ich von jetzt auf gleich zum Stillstand verdammt – wie all meine Kollegen und Kolleginnen auch. Was für uns Künstler schon ein gewaltiger Dämpfer ist, trifft neben unseren Musikern auch die besonders hart, die man nicht auf der Bühne sieht: Für mich war es wirklich schlimm, hilflos miterleben zu müssen, wie durch das Konzertverbot und dem damit verbundenen Wegfall der Einkommen die persönlichen Existenzen unserer Crews zunehmend bedroht sind“, so Oerding.

Ein Musiker, der an die Techniker, das Licht-und Ton-Personal, die Fahrer, die Tourmanager, die Aufbauhelfer und das Catering-Personal denkt: Oerding trifft damit die Stimmung der gesamten Branche.

Johannes Oerding will "unvergessliche Konzerte geben

Er freue sich „unbändig“ darauf, endlich wieder live „für meine Fans“ spielen zu können – und darauf, „auch meine gesamte Crew wieder beschäftigen zu können“. Oerding, der im Stadtpark bereits mehrere umjubelte Auftritte hatte, spricht von „unvergesslichen Konzerten“, die er im August geben wolle, „nach der langen Zeit der fremdbestimmten Untätigkeit“.

Geplant sind die Konzerte als Akustikshows, wie überhaupt die gesamte, verspätete Open-Air-Reihe auf der Freilichtbühne im Grünen unter dem Namen „Stadtpark Acoustics!“ laufen soll.

Neue Erfahrung für Konzertbesucher im Stadtpark

Bei Karsten Jahnke ist man optimistisch, aus den widrigen Bedingungen eine gewinnbringende, für alle Besucherinnen und Besucher neue Erfahrung machen zu können. Dennoch spricht Jahnke-Pressesprecher Frehn Hawel („Wir werden uns im Konzertbetrieb noch lange mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie beschäftigen müssen“) erst einmal ganz grundsätzlich vom „real thing“, das nach Streaming-Shows und einer ganzen Reihe von Autokino-Konzerten nun „in Form von echten Livekonzerten vor Publikum“ endlich wieder anstehe. „Wir sind überzeugt, dass die Konzerte richtig gut werden“, sagt Hawel.

Er verweist auf das „maßgeschneiderte Setting“, das sich die Konzertagentur unter den Vorgaben der Behörden ausgedacht hat. Eine vorgezogene Rundbühne soll eine intime Atmosphäre mit Platz für immerhin bis zu 1000 Besucher schaffen, die in Liegestühlen die Akustikkonzerte verfolgen – klingt in der Tat nach bislang unbekannten Konzerterlebnissen. Es sei wichtig, so Hawel, die wenigen Möglichkeiten, die sich bieten, „bestmöglich zu nutzen“.

Statt tanzender Fans: Liegestühle vor der Bühne

Für Johannes Oerding, den Rockmusiker mit den mitreißenden, aber auch balladesken Songs, könnte es am Ende gemeinsam mit seiner Band ohnehin egal sein, ob seine Fans vor ihm tanzen, schunkeln, stehen, sitzen oder eben entspannt liegen. Hauptsache, er kann wieder auf der Bühne stehen und das tun, was er am liebsten macht. Das gilt für alle Bands und Künstler, die in diesem Sommer noch nach ihm kommen, in gleichem Maße.

Stadtpark Acoustics: Johannes Oerding 20.-22.8., Stadtparkbühne (S Alte Wöhr), Saarlandstr., Tickets ab Freitag, 12 Uhr, online im Vorverkauf auf www.kj.de und telefonisch unter 040-413 22 60