Freiluft-Konzerte

Knust Acoustics: Der Corona-Neustart einer Konzertreihe

| Lesedauer: 5 Minuten
Tino Lange
So sah es mal vor Corona bei den „Knust Acoustics“ auf dem Lattenplatz aus. Ab 1. Juli 2020 wird das Areal umzäunt und hat dann mit Abstand Platz für 150 statt 500 Gäste.

So sah es mal vor Corona bei den „Knust Acoustics“ auf dem Lattenplatz aus. Ab 1. Juli 2020 wird das Areal umzäunt und hat dann mit Abstand Platz für 150 statt 500 Gäste.

Foto: Knust

Gespräch mit Programmmacher Siebeth Darm vor der ausverkauften Premiere der „Corona Edition“ der Freiluftkonzerte am 1. Juli.

Hamburg.  An diesem Mittwoch starten die „Knust Acoustics“ auf dem Lattenplatz an der Feldstraße. Wöchentlich spielen dort drei musikalische Gäste unter freiem Himmel, die pandemiegerechte Premiere mit Absolem Max, Steph Grace und Yonder Boys ist bereits ausverkauft – sehr zur Freunde von Programmgestalter Siebeth Darm.

Hamburger Abendblatt: Im Jahr des zehnten „Acoustics“-Geburtstags gibt es jetzt nach dem Elbphilharmonie-Konzert die nächste Premiere: die „Acoustics Corona-Edition“. Wie wird das aussehen?

Siebeth Darm: Das Knust hat sich mit dem Hygienekonzept auseinander gesetzt. Nachdem vor einigen Wochen die Biergärten wieder geöffnet werden durften, wurde das dann ausprobiert und peu a peu verfeinert. Das Publikum muss sich in eine Liste eintragen, 1,5 Meter Abstand an den Biertischen einhalten und einzeln zur Toilette gehen. Dazu gibt es Desinfektionsmittel an der Kasse, um sich die Hände zu reinigen. Zudem haben wir im Gegensatz zum letzten Jahr einen Vorverkauf. Das erspart uns viel Zeit an der Kasse, da die Leute ihre Daten ja schon online hinterlegt haben. Der Einlass wird auf 16 Uhr vorverlegt, damit sich keine Schlange bildet.

In den Vorjahren herrschte auf dem Gelände zumindest bei gutem Wetter ein ganz schöner Rummel. Wie verhindern Sie den Auflauf von „Zaungästen“?

Darm: Zu allererst wollte ich dieses Jahr keine „Acoustics“ machen. Das war so im März, April, als alle im Lockdown waren und wir nicht wussten, wohin die Reise geht. Ich habe dann viel mit den Veranstaltern auch in den anderen Städten gesprochen und man hat gemerkt, dass alle einen Weg finden wollten, um wenigstens etwas Normalität in den Sommer zu bringen.

Und so finden sie jetzt auch in Berlin und Essen statt. Ich war ja sehr dafür, den ganzen Platz in Hamburg abzusperren, so dass es keine Zaungäste gibt. Der Einlass sollte so konzipiert sein, dass man nicht von weitem auf die Bühne gucken kann.

Das hat die Wohnungsbaugenossenschaft STEG aber leider abgelehnt, da der Weg zwischen Karostar und Knust ein öffentlicher Weg ist. Somit hört also hinter unserem Zaun die Verantwortung auf. Mit Durchsagen werde ich versuchen, den Leuten ins Gedächtnis zu rufen, dass wir nach wie vor in einer Pandemie leben und sie sich bitte auch dementsprechend verhalten.

Der Auftakt am 1. Juli ist längst ausverkauft – ein Zeichen der Solidarität?

Darm: Das war auf jeden Fall ein großes Zeichen der Solidarität! Wir sind von fünf auf zehn Euro im Vorverkauf und 15 Euro Abendkasse gegangen. Aufgrund der Abstandsregeln mussten wir die Plätze von 500 auf 150 reduzieren. Wir haben hin und her gerechnet und gemerkt, dass das mit dem bisherigen Eintritt nicht zu machen ist. Die Reaktionen waren unfassbar positiv und dass ich mal das Wort „Ausverkauft“ schreiben würde, hätte ich auch nie gedacht.

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Planen Sie, den vom 1. Juli an geltenden neuen Regeln entsprechend die Kapazität zu in den nächsten Wochen zu erhöhen?

Darm: Wir müssen jetzt erstmal Erfahrungen mit den ersten Konzerten sammeln. Zur Zeit ist ja noch alles Theorie.

Welchen Einfluss haben die letzten Monate bei Ihrer Suche nach Bands?

Darm: In den letzten Jahren ist das Booking immer internationaler geworden. Viele Bands kommen im Sommer für ein paar Festivals nach Deutschland, das fällt dieses Jahr alles flach. Ich habe eine Band aus Schweden, die Ende August kommen soll. Man wird sehen. Also gibt es dieses Jahr viele nationale Bands, was ich aber auch gut finde. Es gibt wie jedes Jahr viel Neues zu entdecken.

Coronavirus: Verhaltensregeln und Empfehlungen der Gesundheitsbehörde

  • Reduzieren Sie Kontakte auf ein notwendiges Minimum und halten Sie Abstand von mindestens 1,50 Metern zu anderen Personen
  • Achten Sie auf eine korrekte Hust- und Niesetikette (ins Taschentuch oder in die Armbeuge)
  • Waschen Sie sich regelmäßig die Hände gründlich mit Wasser und Seife
  • Vermeiden Sie das Berühren von Augen, Nase und Mund
  • Wenn Sie persönlichen Kontakt zu einer Person hatten, bei der das Coronavirus im Labor nachgewiesen wurde, sollten Sie sich unverzüglich und unabhängig von Symptomen an ihr zuständiges Gesundheitsamt wenden

Knust Acoustics Sommersession 2020, nächste Termine am 8. und am 15. Juli