Heiligengeistfeld

Autokinos unter Kostendruck: Ist schon früher Schluss?

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Volker Behrens
Das Autokino auf dem Heiligengeistfeld in Hamburg war mit dem Film "Lindenberg! Mach dein Ding" gestartet.

Das Autokino auf dem Heiligengeistfeld in Hamburg war mit dem Film "Lindenberg! Mach dein Ding" gestartet.

Foto: Marcelo Hernandez / FUNKE Foto Services

Mit Geldverdienen habe das nichts zu tun, stöhnt Abaton-Chef Felix Grassmann. In Pinneberg wird bald wieder abgebaut. Eine Bilanz.

Hamburg.  Licht und Schatten. Darum geht es nun mal im Kino. Und so fällt nun auch die vorläufige Bilanz von drei Autokino-Betreibern aus. Über zufriedene Besucher freuen sich die Betreiber von „Bewegte Zeiten“ auf dem Heiligengeistfeld. „Die Leute schätzen das sehr“, sagt Uwe Bergmann, Chef der Bergmann Gruppe, die das Kino zusammen mit dem Zeise organisiert hat.

Trotzdem macht er sich Sorgen, denn es kommen nicht so viele Besucher, wie er sich das erhofft hatte. „Wenn wir den Kostenfaktor nicht ändern, müssen wir vielleicht früher aussteigen.“ Kosten verursachen das Personal, die Technik und die Miete. Deren Höhe wollte das zuständige Domreferat der Wirtschaftsbehörde nicht nennen, nach Abendblatt-Informationen liegt sie aber bei etwa 50.000 Euro.

Autokino-Programm sollte bis Ende August laufen

Ursprünglich sollte das Programm bis Ende August laufen. Bis Ende Juli ist es jetzt vorbereitet. Die Preise sollen aber nach Angaben von Bergmanns Geschäftsführer-Kollegen Thorsten Weis nicht erhöht werden.

„Ursprünglich hatten wir das anders gedacht“, sagt Felix Grassmann vom Abaton-Kino, der zusammen mit der Konzertagentur Karsten Jahnke das Programm für das Autokino in Steinwerder gestaltet. „Die Genehmigung kam für uns leider vier Wochen zu spät.“ Auch er stöhnt unter den Kosten. „Mit Geldverdienen hat das nichts zu tun.“

Kino nur noch an zwei oder drei Tagen pro Woche

Dennoch ist er zuversichtlich, denn die auf der Bühne veranstalteten Konzerte werden bisher sehr gut angenommen. Kino gibt es dagegen vor der 200 Quadratmeter großen LED-Leinwand nur noch an zwei oder drei Tagen pro Woche zu gucken. Die Mietkosten in Steinwerder sind ähnlich hoch wie auf dem Heiligengeistfeld.

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Am kommenden Dienstag will Grassman das Abaton wieder öffnen. Zur Hamburg-Premiere von „Undine“ darf er wegen der Abstandsregel nur 61 Zuschauer in den großen Saal lassen. Die Karten sind bereits ausverkauft, aber der Film wird danach bis zu dreimal täglich gezeigt.

"Der Hype ist längst vorbei"

„Der Hype ist längst vorbei“, sagt auch Dirk Evers, der auf der Trabrennbahn in Bahrenfeld die Bilder zum Laufen bringt. Ihm machen die langen Tage zu schaffen, es bleibt sehr lange hell. Filmstart ist jeweils um 22 Uhr. „Aber schön sind die Bilder erst ab 22.20 Uhr.“

Evers hat einen Antrag gestellt, weil er zusätzlich einen bestuhlten Bereich auf der Rennbahn anbieten möchte, auf deren Rundbahn zurzeit auch „Geistertraber“ vor leeren Rängen ihre Runden ziehen. Seine Miete bezeichnet er im Vergleich mit der seiner Mitbewerber als „moderat“. Nicht so gut laufe dagegen sein Autokino in Pinneberg, das er am 6. Juli abbauen will.

Zu Steinwerder hat Evers auch ein besonderes Verhältnis. Allerdings weniger zum „Cruise Inn“-Autokino, als zum daneben liegenden Cruise Center, dem Kreuzfahrerterminal. „Da drin trocknen wir immer unsere Leinwände“, so der Kinobetreiber.