NDR muss sparen

Auch Einsparungen bei NDR Chor und NDR Bigband?

Achim Dobschall ist Leiter des NDR Bereichs Orchester, Chor und Konzerte.

Achim Dobschall ist Leiter des NDR Bereichs Orchester, Chor und Konzerte.

Foto: NDR/Gunter Glücklich

Sender soll in kommenden Jahren 300 Millionen Euro sparen. Deutsche Orchestervereinigung warnt: Kürzung wäre Aus für Chor.

Hamburg.  Die Deutsche Orchestervereinigung (DOV) hat am Donnerstag vor Einsparungen beim NDR Chor und bei der NDR Bigband gewarnt. Der Sender soll in den nächsten vier Jahren insgesamt 300 Millionen Euro sparen (wir berichteten). „Nach den bisherigen Verlautbarungen des Senders sollen Kürzungen bei den vier Klangkörpern auch dadurch erfolgen, dass bisher übliche Festanstellungen beim Chor aufgegeben werden“, sagte DOV-Geschäftsführer Gerald Mertens.

„Stattdessen soll ein freies ,Exzellenz’-Ensemble aufgebaut, aber nur noch auf 50-Prozent-Teilzeitbasis arbeiten. Der Chor wurde über die Jahre von ursprünglich 46 Mitgliedern auf jetzt 27 verkleinert. Die neue Kürzung wäre wohl das Aus für den Chor in bisheriger Form. Das erscheint uns inakzeptabel. Die vier nördlichen Bundesländer im Sendegebiet werden sich doch wohl noch einen kleinen Chor leisten können.“

Einsparungen beim NDR Chor und bei der NDR Bigband?

Der NDR entgegnete gestern, die künstlerische Exzellenz der Musikensembles bliebe erhalten. Achim Dobschall, Leiter des NDR Bereichs Orchester, Chor und Konzerte, erklärte dazu: „Für den Chor arbeiten wir gemeinsam an einem Konzept, das den künstlerischen Markenkern als Kammerchor erhält, seine Exzellenz als Vokalensemble dauerhaft gewährleistet und den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen Rechnung trägt. Nur wenn wir alle drei Kriterien erfüllen, kann der Chor zukunftsfähig sein. Dazu sind wir mit den Vorständen des Ensembles selbst und mit dem Personalrat im Gespräch.“

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Dobschall fügte hinzu: „Klar ist: Keine Sängerin, kein Sänger mit derzeitiger Festanstellung wird den Arbeitsplatz verlieren oder auf Teilzeit reduziert. Die Bigband bleibt grundsätzlich in ihrer Struktur erhalten und wird ihr Profil als Solisten-Ensemble weiter schärfen. Langfristig ist dafür ein verändertes Arbeitszeitmodell vorgesehen, das aber erst in etwa zehn Jahren, also ab den 2030er Jahren, greifen wird.“