Corona

Was eine Regisseurin tut, wenn sie keine Filme drehen kann

Auch Schauspieler Christian Pätzold ist dabei. Er liest aus „Tewje, der Milchmann“.

Auch Schauspieler Christian Pätzold ist dabei. Er liest aus „Tewje, der Milchmann“.

Foto: Fortune Cookie Film

Sehenswert: Ulrike Grotes Vorlese-Projekt auf YouTube. Mehr als 70 Geschichten sind bereits zusammengekommen.

Hamburg.  Was macht eine Regisseurin, wenn sie in diesen Krisenzeiten keinen richtigen Film drehen kann? Sie schreibt zum Beispiel ihre Freunde an und bittet sie, etwas vorzulesen. Mitgeschnitten wird per Handy.

Die Hamburger Regisseurin und Schauspielerin Ulrike Grote hatte diese Idee und viele ihrer Kolleginnen und Kollegen haben begeistert mitgemacht, einige sogar mehrfach. Das Ergebnis – kostenlos zu sehen auf dem YouTube-Kanal der Hamburger Produktionsfirma Fortune Cookie Film – soll insbesondere Menschen in Altersheimen und Hospizen etwas Abwechslung in den Corona-Alltag bringen.

Schauspieler Peter Jordan etwa greift zu einem Pixi-Buch und beginnt: „Es war einmal eine Geißmutter, die hatte sieben Geißlein…“ Er hat sich für ein Märchen der Brüder Grimm entschieden. Sein Kollege Christian Pätzold holt „Tewje, der Milchmann“ aus seinem Bücherregal. Catrin Striebeck greift zu „Die Fremde“ von Arthur Schnitzler. Ihre Mutter Ulla Striebeck liest die Sage „Der Basilisk in der Schönlaterngasse“. Und Karoline Eichhorns Wahl fällt auf ein Gedicht aus ihrer schwäbischen Heimat: „Ausmerza“ von Helmut Pfisterer.

Menschen in den Heimen etwas Gutes tun

Mehr als 70 Geschichten sind bereits zusammengekommen. „Wir wollten den Menschen in den Heimen etwas Gutes tun“, sagt Grote. Und sie kennt sich seit dem vergangenen Jahr in diesen Einrichtungen gut aus: Für den SWR hat sie die Serie „Der letzte Wille“ gedreht – tragikomische Anekdoten aus einem Altenheim. Eigentlich hätten die Folgen bereits gesendet werden sollen, aber angesichts der Corona-Krise mit ihren zum Teil fatalen Auswirkungen auf gerade diese Einrichtungen haben die Verantwortlichen den Start doch lieber in den Herbst verschoben.

Auch ein anderes Grote-Projekt verlief anders als geplant. Eigentlich wollte die Regisseurin des Films und der Serie „Die Kirche bleibt im Dorf“ jetzt einen Kinofilm drehen. Es hätte eine Großvater-Enkel-Geschichte werden sollen, die auf Helgoland spielt, ein Teaser war schon fertiggestellt. Hauptdarsteller sollte der niederländische Schauspieler Rutger Hauer sein, der mit Filmen wie „Blade Runner“ und „Nostradamus“ auch internationale Erfolge feierte. Aber im vergangenen Juli ist Hauer im Alter von 75 Jahren überraschend gestorben. Umbesetzen möchte Grote die Rolle nicht, denn sie sagt, sie habe sie speziell für Hauer und mit Hauer im Kopf geschrieben. Stattdessen überlegt sie nun, aus dem Drehbuch einen Roman zu
machen.

Coronavirus: Verhaltensregeln und Empfehlungen der Gesundheitsbehörde

  • Reduzieren Sie Kontakte auf ein notwendiges Minimum und halten Sie Abstand von mindestens 1,50 Metern zu anderen Personen
  • Achten Sie auf eine korrekte Hust- und Niesetikette (ins Taschentuch oder in die Armbeuge)
  • Waschen Sie sich regelmäßig die Hände gründlich mit Wasser und Seife
  • Vermeiden Sie das Berühren von Augen, Nase und Mund
  • Wenn Sie persönlichen Kontakt zu einer Person hatten, bei der das Coronavirus im Labor nachgewiesen wurde, sollten Sie sich unverzüglich und unabhängig von Symptomen an ihr zuständiges Gesundheitsamt wenden