Corona-Song

Emotionale Erinnerung an die Hamburger Kultur

| Lesedauer: 2 Minuten
David Grabowski und Cleo Steinberger gehen zu Herzen.

David Grabowski und Cleo Steinberger gehen zu Herzen.

Foto: Steven Haberland

Song erinnert an das, was hoffentlich bald wieder möglich ist. Initiatoren sammeln für Hilfsfonds der Hamburgischen Kulturstiftung.

Hamburg. „We’ll meet again“, wir werden uns wiedersehen, verspricht die Sängerin Cleo (im Original sang Vera Lynn den Song) in einem emotionalen Video, das die Literaturveranstalter Barbara Heine und Matthias Schumann gemeinsam mit dem Filmemacher Oliver Gieth in zahlreichen verlassenen Hamburger Kulturorten gedreht haben. Das Abaton ist dabei, das Schauspielhaus, Kampnagel, das Thalia-Nachtasyl, die Elbphilharmonie, das Literaturhaus, immer wieder überblendet mit Erinnerungen an Publikum. Herzerwärmender kann man kaum an die Hamburger Kultur erinnern – und für den guten Zweck ist es auch: Die Initiatoren sammeln für den Hilfsfonds der Hamburgischen Kulturstiftung.

Hamburger Abendblatt: Sie haben lauter leere Kulturorte besucht – wie traurig war das? So ein verlassenes Theater hat ja auch eine ganz eigene Faszination…

Matthias Schumann: Was uns wirklich überrascht hat, das war, mit welcher Wucht Bilder im Kopf entstehen. Ein leerer Raum liegt vor einem und man sieht plötzlich die Leute reden und lachen, fast wie Geister. Der Ort liegt scheint geradezu darauf zu warten, dass die Menschen zurück kommen.

Hat man Sie überall sofort hinein gelassen?

Barbara Heine: Ja, das war gar kein Thema. Wir kennen uns ja von verschiedenen gemeinsamen Projekten – alle, die alleine in ihren Büros oder im Home Office saßen, haben sich über die Anfrage gefreut. Da war sofort ein Gemeinschaftsgefühl zu spüren. Filmemacher Oliver Gieth wurde überall mit offenen Armen empfangen. Was jetzt natürlich nicht wörtlich zu nehmen ist.

Beim Schauen des Clips verdrückt man ja ein wehmütiges Tränchen oder zwei - ging Ihnen das beim Schneiden des Film ähnlich?

Schumann: Na klar! Diese Situation konnte sich ja nun keiner von uns vorher vorstellen. Man sieht sich die Aufnahmen fast ungläubig an. Haben wir wirklich alle mal so eng zusammen gestanden und wild geklatscht? Wenn man diese Bilder ansieht, ist man plötzlich sehr dankbar für das, was es gab. Und hofft umso mehr, dass er bald kommt, der „Sunny day“, den der Song verspricht.

Treffen wir uns in diesem Jahr noch in einem dieser Theater, Kinos und Konzerträume? Und wie wird es wohl sein…?​

Heine: Das können wir uns nur ja im Moment nur ansatzweise ausmalen. Aber eins ist klar: Es stellen sich neue und elementare Fragen. Die werden wir gemeinsam verhandeln, und das nicht nur am Bildschirm. Wir werden alle vorsichtiger miteinander umgehen, aber das Gemeinschaftsgefühl und die Lebensfreude werden wir uns nicht nehmen lassen. msch

www.heinekomm.de/wewillmeetagain

( msch )