Wiederentdeckt

Vergessene Klassiker: Blumfelds „Testament der Angst“

Blumfeld-Sänger und -Gitarrist Jochen Distelmeyer.

Blumfeld-Sänger und -Gitarrist Jochen Distelmeyer.

Foto: picture alliance

Keine Konzerte, kein Theater, Kinos geschlossen: Zeit, die heimischen Buch-, Platten- und DVD-Regale zu durchstöbern.

Hamburg. Kulturbedröhnung ist Assoziationssache. Also kommt man derzeit auch auf das „Testament der Angst“, von vielen Platten der wichtigsten deutschen Band Blumfeld die vielleicht beste. Jochen Distelmeyer ist ja seit Jahren zu faul zum Songschreiben: Verlegen wir uns auf den Backkatalog.

Das namentliche Album ist auf euphorische Weise getrieben von Unsicherheit und Nihilismus, und: vom Stift, der einem in der modernen Gesellschaft grundsätzlich geht: „Ich hab Angst vor Morgen/Ich hab Angst vor Heute/Ich hab Angst vor Gestern/Ich hab Angst vor mir/Ich hab Angst vorm Alleinsein/Angst vor anderen Leuten“. Ein hellsichtiges Album, im Mai 2001 erschienen, bevor die New Yorker Türme zusammenfielen. Die Großwetterlagen ähneln sich. Aber wir bleiben optimistisch, das Wetter ist so schön. Keiner muss sein Testament machen.

( tha )