Wiederentdeckt

Vergessene Klassiker: Manage frei für die Flying Dorias

Viggo Doria (Hans-Jürgen Bäumler) und Corinne (Viktoria Brahms).

Viggo Doria (Hans-Jürgen Bäumler) und Corinne (Viktoria Brahms).

Foto: picture alliance

Keine Konzerte, kein Theater, die Kinos geschlossen: Zeit, die heimischen Buch-, Platten- und CD-Regale zu durchstöbern.

Hamburg. Erinnerungen an den Zirkus sind immer auch Kindheitserinnerungen. Der Kinder- und Jugendfilm „1-2-3 Corona“ (heißt wirklich so!) von 1948 über eine gleichnamige junge Berliner Trapez-Künstlerin mag bescheidenes Vorbild für eine ARD-Serie gewesen sein, die den Deutschen vor fünf Jahrzehnten den Zirkus in die Wohnstuben brachte: „Salto Mortale“. Die Titelmelodie ist längst ein Klassiker der Zirkuswelt, und die 18 Folgen – erschienen als Sechs-DVD-Sammlung (ca. 30 Euro) – sind Perlen des frühen Farbfernsehens. Die erste Episode heißt übrigens „Hamburg“, indes steht nach einer Luftbild-Aufnahme des Heiligengeistfelds die Geschichte der Artistenfamilie Doria im Blickpunkt.

Und so lässt sich mit den Flying Dorias auf ihren Tourneestationen immer wieder eintauchen ins Leben einer Schweizer Trapez-Sippe, garniert mit privaten Dramen sowie Spannung unter der Kuppel des Circus Krone. Obwohl die Schauspielertruppe kaum eine der waghalsigen Luftnummern selbst gemacht hat, beeindruckt und amüsiert das Wiedersehen mit Stars von einst: Hans Söhnker als Zirkusdirektor, Gustav Knuth als Patriarch der Dorias, Hellmut Lange als ältester Bruder, der junge Horst Janson als Fänger und Ex-Eisprinz Hans-Jürgen Bäumler – als Flieger Viggo Doria mit dem Dreifachsalto der Star des Ensembles. Manage frei, schön war die (Kinder-)Zeit!

( str )