Wiederentdeckt

„Die rote Wüste“: Ein Film-Klassiker aus Italien

Schauspielerin Monica Vitti (Archivbild).

Schauspielerin Monica Vitti (Archivbild).

Foto: picture alliance

Im Augenblick ist viel Zeit, sich fast vergessenen Klassikern zu widmen, die sich immer noch und immer wieder lohnen.

Hamburg.  Keine Konzerte, kein Theater, die Kinos geschlossen: viel Zeit, die heimischen Buch-, Platten- und DVD-Regale durchzugehen, um auf fast vergessene Klassiker zu stoßen, die sich immer noch und immer wieder lohnen. Zum Beispiel der Film „Die rote Wüste“ von Michelangelo Antonioni.


Dieses Gesicht. Es brennt sich in Herz und Hirn, wie Monica Vitti als Giuliana an rauchenden Schloten vorbeistapft, durch rostige Fenster blickt, auf im Wasser dümpelnden Müll starrt und ihre Augen sich dabei vor Entsetzen weiten. „Die rote Wüste“ (1964) des italienischen Regisseurs Michelangelo Antonioni ist ein noch von Einflüssen des Neorealismus geprägtes Meisterwerk. Vitti entgleitet als Ingenieursfrau ihr Gefühl für sich selbst, ihre Familie und die industriell geprägte Umwelt. Ihre Verzweiflung entlädt sich in einer Affäre mit dem von Richard Harris gespielten Freund ihres Mannes. In der Reihe „Arthaus Close-Up“ (14,50 Euro) ist der Klassiker mit zwei weiteren zu haben: „Liebe in der Stadt“ und „Liebe 1962“.

„Liebe in der Stadt“ ist eine Sammlung von sechs Kurzfilmen unter anderem von Antonioni und Fellini, die sich um die vielen Gesichter der Liebe im Rom Anfang der 1950er-Jahre drehen, „Liebe 1962“ bietet erneut Vitti eine eindrucksvolle Bühne. Und Alain Delon als Börsenzocker Piero erweist sich auch auf der Klaviatur der Gefühle als notorische Spielernatur.

( asti )