Kultur

Gob-Squad-Buch:Theater mit gnadenloser Offenheit

Gob Squad waren 2013 auf Tournee in Santa Monica.

Gob Squad waren 2013 auf Tournee in Santa Monica.

Die meisten Arbeiten der britisch-deutschen Theatergruppe kommen auf Kampnagel zur Aufführung. Kuratorin veröffentlicht Buch über Gruppe.

Hamburg. Gob Squad sind in Hamburg (eigentlich) sehr präsent: Die meisten Arbeiten der britisch-deutschen Theatergruppe kommen auf Kampnagel zur Aufführung, zuletzt begeisterte „Western Society“ beim Internationalen Sommerfestival. Mehr oder weniger anlasslos, zum 26. Bühnenjubiläum, hat nun die Kuratorin Aenne Quiñones mit „What Are You Looking At?“ einen hübschen, kleinen Band über die in Berlin beheimatete Gruppe veröffentlicht.

Beschrieben wird das Arbeiten im Kollektiv und die so bedingte Auflösung von genialischen Künstlerpersönlichkeiten: Gob Squad (und ästhetisch verwandte Gruppen wie She She Pop und Forced Entertainment) arbeiten seit Mitte der Neunzigerjahre an Strategien, wie künstlerische und organisatorische Aufgaben auf alle Gruppenmitglieder verteilt werden können. Am Ende steht der gemeinsame Erfolg oder Misserfolg.

Das ist klug analysiert und umkreist die ureigene Ästhetik der Gruppe auf einer organisatorischen Ebene ebenso wie ein eindringliches Interview, das der schottische Medienkünstler Phil Collins mit Gob Squad führt. Ein Werkverzeichnis verweist darauf, wie stark diese Gruppe das europäische Theater der vergangenen Jahrzehnte geprägt hat. Wirklich schön an „What Are You Looking At?“ ist aber die Aufmachung, die Szenenfotos, die zeigen, was Gob Squad ästhetisch ausmacht: das fröhliche Spiel mit Pop, Bühne, Unzulänglichkeit und gnadenloser Offenheit.

Gob Squad – What Are You Looking At?“ von Aenne Quiñones (Hg.), Alexander Verlag, 144 S., 12,90 Euro