Wiederentdeckt

Anspruchsvolle Animes: Miyazakis gezeichnete Fantasie-Welten

Der japanische Zeichentrickfilm Prinzessin Mononoke stammt aus der Feder von Hayao Miyazaki.

Der japanische Zeichentrickfilm Prinzessin Mononoke stammt aus der Feder von Hayao Miyazaki.

Foto: dpa-Picture-Alliance/Dimension Films/Courtesy Everett Collection / picture alliance / Everett Collection

Keine Konzerte, kein Theater, kein Kino. Zeit für vergessene Klassiker, die sich lohnen. Zum Beispiel Filme von Hayao Miyazaki.

Eine menschenleere Stadt. Eine zerstörte Umwelt. Eine zerrissene, voneinander entfremdete Familie. Die Filme von Hayao Miyazaki wirken, als ob der japanische Regisseur eine Art apokalyptische Version der Corona-Pandemie gedreht habe.

Hat er aber nicht. Miyazakis Filme sind Animes, aber es sind weder die für ein Massenpublikum am Fließband produzierten Animes, wie sie im Kinderprogramm laufen, noch sind es Filme, die sich explizit an ein anspruchsvolles, erwachsenes Cineasten-Publikum richten.

Berührend, spannend, unterhaltsam: Miyazakis Fantasie-Welten

Miyazaki schafft Studien über die Welt, die von einem mittlerweile 79-jährigen Künstler entworfen wurden, der sich ein kindliches Staunen bewahrt hat – und die bei aller Drastik, aller Düsternis und allem Erwachsenen-Humor immer auch für Kinder zugänglich bleiben.

Praktisch alle Filme aus Miyazakis Tokioter Studio Ghibli sind auf DVD erhältlich, der wildromantische „Prinzessin Mononoke“ (1997), der humorvolle „Kikis kleiner Lieferservice“ (1989), der oscarprämierte „Chihiros Reise ins Zauberland“ (2001), wenn man sich die absolut empfehlenswerte „Hayao-Miyazaki-Collection“ bei Universum Film besorgt, hat man für mehrere Tage berührenden, spannenden, unterhaltsamen Stoff im Haus.

Und sobald man fertig ist, schaut man am besten gleich noch mal – wahrscheinlich konnte man nämlich nicht einmal die Hälfte der liebevollen Details entdecken, die Miyazaki versteckt hat.