Wiederentdeckt

„Breakfast in America“: Ein Kraftstrotzender Pop-Klassiker

John Helliwell von Supertramp

John Helliwell von Supertramp

Foto: picture alliance

Keine Konzerte, kein Theater, die Kinos geschlossen: Viel Zeit, sich fast vergessenen Klassikern zu widmen, die immer noch lohnen.

Hamburg. Kevin Parker gilt derzeit als King of Cool: Er ist der Rockstar, den auch Rapper top finden. Auf dem neuen Album seiner Band Tame Impala zitiert er mit dem Lied „It Might Be Time“ so ungeniert Supertramp, dass man sich unweigerlich fragt, warum man so lange nicht mehr die Songs von Rick Davies und Roger Hodgson gehört hat. Der Tame-Impala-Song ist nämlich ein absoluter Knaller. Und das allein wegen seines strammen Georgels, das so klingt, als sei es direkt vom „Logical Song“ hineinkopiert.

Ende der 1970er-Jahre war der Mainstreamrock aus dem Formatradio eine voluminöse, kraftstrotzende Angelegenheit, und jene Power ist das, was wir dieser Tage brauchen. Also nichts wie her, endlich mal wieder, mit „Breakfast in America“, jenem Überalbum, dessen Hits man allerdings zumindest als NDR-2-Hörer­ ohnehin nicht entkommen kann. Freilich ist allein das ganze Album das Wahre. Was für ein Monolith des eingängigen Pop, dessen Cover sich der Verfasser dieser Zeilen ewig und drei Tage anschauen könnte: der Blick auf die New Yorker Skyline aus einem Flugzeugfenster, direkt davor die Frau aus dem Diner. Serviert wird hier eine große Portion Lebensbejahung.