Wiederentdeckt

Ein Literatur-Schwergewicht von fast 1000 Seiten

James Joyce war Ire, er starb 1941 in Zürich.

James Joyce war Ire, er starb 1941 in Zürich.

Foto: Imago/Leemage

Fast vergessene Klassiker, die sich immer noch und immer wieder lohnen. Zum Beispiel „Ulysses“ von James Joyce.

Hamburg.  Keine Konzerte, kein Theater, die Kinos geschlossen: Viel Zeit, die Buch-, Platten- und DVD-Regale durchzugehen, um auf fast vergessene Klassiker zu stoßen, die sich immer noch und immer wieder lohnen. Zum Beispiel das Literatur-Schwergewicht „Ulysses“ von James Joyce.

„Ulysses“ ist Arbeit. Harte Arbeit. Denn James Joyce gibt keine Erklärungen, wie die Geschichte des Leopold Bloom, der an einem Junitag im Jahr 1904 durch Dublin streift, zu deuten ist. Der irische Schriftsteller (1882–1941) wollte nicht, dass seine Leser alles verstehen, das Rätselhafte war bei ihm Methode. Auf knapp 1000 Seiten breitet Joyce die sprunghaften Gedanken seiner drei Hauptfiguren aus. Neben Bloom sind das dessen Frau Molly und der Literat Stephen Dedalus. Vieles in „Ulysses“ ist bruchstückhaft, assoziativ und scheinbar ungeordnet. Die Erzählung befindet sich in einem freien Fluss.

„Ulysses“ ist ein epochales Abenteuer des Lesens mit einer üppigen Sprache, die sich fortwährend ändert. Und „Ulysses“ bedeutet Spaß, denn den bereitet es, sich auf jeder Seite auf diesen außergewöhnlichen Rhythmus einzulassen und dabei eigene Assoziationsketten zu bilden.

In jedem Fall gilt hier tatsächlich der Satz: Der Weg ist das Ziel.