Corona-Krise

Katharina Wagners "Lohengrin"-Premiere in Barcelona abgesagt

Premiere abgesagt: Auch die Chefin der Bayreuther Festspiele, Katharina Wagner, bekommt die Auswirkungen des Coronavirus zu spüren.

Premiere abgesagt: Auch die Chefin der Bayreuther Festspiele, Katharina Wagner, bekommt die Auswirkungen des Coronavirus zu spüren.

Foto: dpa

Die Chefin der Bayreuther Festspiele will einen neuen "Lohengrin" auf die Bühne bringen. Allerdings nicht in Bayreuth, sondern rund 1500 Kilometer vom Grünen Hügel entfernt. Doch da macht ihr das Coronavirus erstmal einen Strich durch die Rechnung.

Auch die Chefin der Bayreuther Festspiele, Katharina Wagner, bekommt die Auswirkungen des neuartigen Coronavirus zu spüren.

Die Premiere ihrer "Lohengrin"-Inszenierung in Barcelona kann nicht wie geplant am Donnerstag kommender Woche stattfinden, wie das Gran Teatre del Liceu mitteilte. Das Theater stellt seinen künstlerischen Betrieb bis zum 26. März ein.

Die erste "Lohengrin"-Aufführung ist laut Homepage derzeit noch für den 28. März geplant. Ob es aber dabei bleibt, ist unklar. Es sei nicht möglich, die Situation in zwei oder drei Wochen vorherzusehen, sagte ein Theatersprecher. Alle Maßnahmen seien vorläufig. Eine Absage oder Verschiebung der nun für Ende März und Anfang April angesetzten Aufführungen sei nicht ausgeschlossen.

Die Urenkelin von Richard Wagner wollte den "Lohengrin" ihres Urgroßvaters in Barcelona ursprünglich am 19. März mit Klaus Florian Vogt in der Titelrolle auf die Bühne bringen. Erin Wall sollte die Elsa von Brabant singen und Evelyn Herlitzius deren Gegenspielerin Ortrud. Sie wolle "den Lohengrin nicht als Märchen erzählen und sein plötzliches Erscheinen nicht überirdisch erklären", sagte Wagner im Interview der Deutschen Presse-Agentur. "Die klischeehaften Schablonen von Gut und Böse werden in unserer Inszenierung in Frage gestellt."

Für Katharina Wagner ist es nicht die erste "Lohengrin"-Inszenierung. 2004 brachte sie die Oper in Budapest auf die Bühne. In Bayreuth wird in diesem Jahr keine Interpretation der Chefin persönlich zu sehen sein. Ihre "Tristan und Isolde"-Inszenierung aus dem Jahr 2015 stand 2019 zum letzten Mal auf dem Spielplan. Es ist ihre bislang einzige Produktion als Festspiel-Chefin. Ihr Bayreuth-Debüt als Regisseurin gab sie 2007 noch unter der Intendanz ihres Vaters Wolfgang Wagner mit den "Meistersingern von Nürnberg".

Vor der Premiere ihrer "Tristan"-Inszenierung hatte sie eingeräumt, der Druck auf sie sei massiv gewesen. Dass sei aber nicht der Grund dafür, dass sie ihren "Lohengrin" nun rund 1500 Kilometer von Bayreuth entfernt auf die Bühne bringe. "Das kann man so nicht sagen. In Bayreuth zu inszenieren, ist auch sehr schön", sagte sie der dpa. "Irgendwann wird sicherlich mal wieder etwas kommen - jetzt sollen erstmal andere ran."

Wagners neuer "Lohengrin" soll allerdings nicht nur in Spanien zu sehen sein - sondern auch in Leipzig. Für den 7. November ist dort die erste Aufführung geplant.