Ausstellungs-Tipp

Kunst-Leidenschaft: 25 Jahre Sammlung Falckenberg

Jon Kesslers "The Palace at 4 a.m." von 2005/2006 ist dauerhaft in der Sammlung Falckenberg zu sehen.

Jon Kesslers "The Palace at 4 a.m." von 2005/2006 ist dauerhaft in der Sammlung Falckenberg zu sehen.

Foto: Sammlung Falckenberg / Jon Kessler

Harald Falckenberg war wie so oft überrascht beim Besuch seiner Sammlung: Was er zum 25. Jubiläum vorfand, war Minimalismus. Nicht formal, sondern quantitativ: Die 6.200 Quadratmeter große Ausstellungsfläche auf fünf Etagen teilen sich derzeit 60 Künstler mit rund 100 Werken, darunter Monica Bonvicini, Astrid Klein, Erwin Wurm, Robert Rauschenberg, Nam June Paik und Mike Kelley.

Zugegeben: Man hätte klotzen statt kuratieren können bei solch einer Fülle an Hochkarätern. An die 2.200 Werke hat der Hamburger Mäzen seit 1994 zu einer der international bedeutendsten Privatsammlungen zusammengefügt. Doch das für die Dauerleihgabe verantwortliche Deichtorhallen-Duo Dirk Luckow und Goester Diercks hat sich eben für eine kluge Auswahl, die Spitze des Eisbergs, entschieden.

So ist der Fotograf Wolfgang Tillmanns mit einer „Kleinen Hamburger Wand“ in seiner typischen Hängung zu entdecken. Bleibt Besucher vor der Videoarbeit „Les Avatars de Vénus“ von Jean-Jaques Lebel und „Delphine“ von Diana Thater stehen, ist man reizüberflutet und überwältigt von den Dauerinstallationen wie Thomas Hirschhorns „Bernsteinzimmer“ und Jon Kessler.s „The Palace at 4 a. m.“. Unweigerlich grinsen muss man beim Anblick von Paul McCarthys phallischer Stinktiere („Skunks“). Bei Olaf Breunings Affen bleibt einem dagegen das Lachen im Hals stecken, ebenso wie bei Jessica Stockholders Komposition „Sex in the Office“.

Chronologie war dabei nicht angestrebt; vielmehr sollte die ganze Bandbreite einer bis heute von der amerikanischen Counter Culture inspirierten Bewegung aufgezeigt werden, die auch bei Falckenberg selbst die Sammlerleidenschaft geweckt hat. Mit „Installationen aus 25 Jahren Sammlung Falckenberg“ kommt man den Anfängen ganz nahe: Denn Werke wie „La Chambre secrète de BALTHYS“, „Der Vaterraum“ und „Die Ordensburg“ von Jonathan Meese oder „Sozialkistentransporter“ von Martin Kippenberger waren schon im Pump Haus am Flughafen präsent, von wo aus die Sammlung 2001 in Richtung Harburger Phoenix-Hallen gebracht wurde Die Jubiläums-Schau – ein Muss 2020.

„Installationen aus 25 Jahren“ bis 24. 5.2020, Sammlung Falckenberg (S Harburg), Wilstorfer Straße 71, Tor 2, Do, Fr 18.00 und Sa 15.00 öffentliche Führung, Buchung erforderlich unter www.tickets.deichtorhallen.de, Eintritt 15,-/12,- (ermäßigt), jeden 1. So im Monat 12.00-17.00 ohne Anm., Eintritt 10,-/6,- (erm.)