Trauer

Hamburger Sängerin Audrey Motaung gestorben

Sängerin Audrey Motaung.

Sängerin Audrey Motaung.

Foto: dpa Picture-Alliance / Jazz Archiv/Christian Fischer

Die in Südafrika geborene Sängerin verband Gospel, Jazz, Pop und die Klänge ihrer Heimat. Sie wurde 59 Jahre alt.

Hamburg. Ihre Stimme, die so viel Tiefe und Wärme hatte, war gewaltig. Wenn sie Klassiker wie „Amazing Grace“ oder „Imagine“ sang, ging den Zuhörern das Herz auf. Wer Audrey Motaung live erlebte, zehrte lange davon. Jetzt ist die Wahl-Hamburgerin im Alter von 59 Jahren gestorben, wie ihr Sohn Mikaylou Motaung mitteilte.

Geboren wurde Audrey Motaung 1960 im südafrikanischen Pietersburg und engagierte sich Mitte der siebziger Jahre im Kampf gegen die Apartheid in ihrer Heimat. Repressalien ausgesetzt, emigrierte sie nach Europa und trat als Sängerin erstmals bei einem Konzert der Band Emerson, Lake & Palmer in Erscheinung. 1977 zog sie nach Hamburg und arbeitete mit Musikern wie Achim Reichel, Georg Danzer oder Terence Trent D’Arby zusammen, auch war sie gemeinsam mit der NDR Bigband zu
hören.

Motaung trat bei Nelson Mandelas Geburtstag auf

Für ihre eigene Projekte verband Audrey Motaung südafrikanische Rhythmen mit Jazz, Pop und Gospel; ab Ende der 80er-Jahre nahm sie mehrere Alben auf, darunter „Colours Can’t Clash“ und „Light“. Keine Kassenschlager, aber zeitlose schöne Einspielungen. Zu den Höhepunkten ihrer Karriere gehörte das von ihre geschriebene Musical „Displaced Blacks“ sowie ein Auftritt bei Nelson Mandelas Geburtstagsfeier 1996 in Südafrika, wo sie bis 1990 mit einem Auftrittsverbot belegt war.

Ihr großes Talent als Sängerin hat Audrey Motaung an ihre Tochter Ghee weitergegeben, die schon im Alter von elf Jahren gemeinsam mit ihrer Mutter auf der Bühne stand.