Junge Kunst

Festival mit 20 Nachwuchskünstlern – aber ohne Kommerz

Jan Lops, Nils Lagoda und Finn Vincent Moriz haben das Festival Junge Kunst gegründet.

Jan Lops, Nils Lagoda und Finn Vincent Moriz haben das Festival Junge Kunst gegründet.

Foto: Jan Lops

Veranstalter Nils Lagoda über das Festival Junge Kunst, das am 19. Oktober in der Hebebühne in Altona gefeiert wird.

Hamburg.  Bei der zweiten Ausgabe des Festivals Junge Kunst treten am 19. Oktober Nachwuchskünstler verschiedener Disziplinen in der Hebebühne (Barnerstraße) auf. Was will dieses Festival? Fünf Fragen an Nils Lagoda, einen der Veranstalter.

Die Festivalpremiere im vergangenen Jahr wurde von Ihnen als „großer Erfolg“ bewertet. Was bedeutet das in diesem Zusammenhang?

Nils Lagoda In erster Linie, dass wir geschafft haben, was wir mit diesem Festival erreichen wollten: einen Abend zu gestalten, bei dem junge Kunstschaffende in einer entspannten und wertschätzenden Atmosphäre ihre Kunst präsentieren konnten, einen Abend, bei dem ausschließlich die Kunst im Vordergrund stand und aus dem alle Beteiligten zufrieden und positiv herausgegangen sind. Hinzu kommt ein interessiertes Publikum, aus dem uns vermehrt die Rückmeldung erreichte, dass es ein spannender und inspirierender Tag gewesen sei. Wenn das Festival wie letztes Jahr ausverkauft ist, freut uns das natürlich auch.

Was bekommen die Besucher des Festivals Junge Kunst geboten, was sie woanders nicht bekommen?

Die Besucher haben an einem einzigen Tag die Möglichkeit, die Kunst von bis zu 20 jungen Nachwuchskünstlern aus fünf verschiedenen Sparten – Musik, Poesie, Literatur, Fotografie und Bildende Kunst – kennenzulernen und zu erleben. Der Ablauf des Festivals ist bewusst so konzipiert, dass es möglich ist, als Besucher ohne Stress alle Programmpunkte zu besuchen und so ein außergewöhnlich facettenreiches Programm geboten zu bekommen.

Sie positionieren sich gegen Wettbewerb und Kommerzialisierung. Warum?

Jede Form von Wettbewerb und Kommerzialisierung schwächt im Endeffekt die Kunst oder die Wirkung, die Kunst erzeugen kann. Ein Wettbewerb kann vielleicht den Unterhaltungsgrad fördern – schlussendlich sind aber Kategorien wie „besser“ und „schlechter“ im künstlerischen Kontext schwierig, da eine Bewertung bis zu einem bestimmten Punkt doch immer subjektiv bleibt. Zudem steht dann ein Wettbewerb im Vordergrund, der gar nicht nötig wäre, da Kunst in ihrer pursten Form schon eine sehr große Wirkung hat und so viel auslösen kann. Ähnlich ist es mit kommerziellen Aspekten. Wenn man sich darüber Gedanken macht, wie man etwas am besten verkauft, geht das meistens auf Kosten des eigentlichen Kerns – in diesem Fall der Kunst.

Heißt „gegen die Konsumkultur“, dass die Künstler nicht an ihrer Kunst verdienen? Wie sichern sie sich dann ihre Existenz?

Unser Hauptaugenmerk liegt darauf, dass die Künstler bei uns eine gute Zeit haben. Das schließt selbstverständlich auch finanzielle Aspekte mit ein. Da wir das Festival komplett ehrenamtlich organisieren und den Eintrittspreis möglichst gering halten wollen, sind wir leider immer auf die Unterstützung anderer angewiesen und haben daher nur begrenzte finanzielle Möglichkeiten. Im Rahmen dieser Möglichkeiten versuchen wir aber, so viel es geht den Künstlern zu Gute kommen zu lassen, eben weil wir auch selbst wissen, wie wichtig es ist, angemessen für seine Kunst entlohnt zu werden, um leben zu können.

Gehört es zu den Zielen des Festivals, grundsätzlich auf die Lebens- und Arbeitssituation freischaffender Künstler in Hamburg aufmerksam zu machen?

In gewisser Weise schon. Konkret liegen uns junge Nachwuchskünstler am Herzen, die ein großes künstlerisches Potenzial haben, aber durch die unvorteilhaften Lebens- und Arbeitssituationen oftmals davon abgeschreckt werden, wirklich den Weg eines freischaffenden Künstlers einzuschlagen. Solche Leute versuchen wir zu ermutigen, ihre Kunst weiter nach draußen zu tragen und ihren Weg weiterzugehen. Gleichzeitig wollen wir ein Bewusstsein dafür schaffen, wie wichtig es ist, Künstlern einen passenden und wertschätzenden Rahmen zu bieten, in dem sie ihre Kunst völlig ungezwungen präsentieren können.

Festival Junge Kunst Sa 19.10., ab 16.00 (Start der Ausstellung, Poesieteil ab 18.00, Konzert ab 20.00), Die Hebebühne, Barnerstraße 30, Eintritt: freie Preisgestaltung (ab 5 Euro), weitere Infos: www.festivaljungekunst.de