Komödie Winterhude

Peinlichste Hamburger des Jahres 2018 gekürt

Theaterleiterin Britta Duah mit Eberhard Möbius.

Theaterleiterin Britta Duah mit Eberhard Möbius.

Foto: Stefan Hoyer / PublicAd

Beim Neujahrspunsch kamen auch Überraschungsgäste. Und „Möbi“ erinnerte an das Ehepaar Schmidt und einen Lachanfall.

Hamburg.  Manchmal gibt es auch bei einer Hamburger Traditionsveranstaltung wie dem Neujahrspunsch noch Überraschungen – wenn Gäste in der Komödie Winterhuder Fährhaus auftauchen, die gar nicht auf der Liste stehen. Bei Oliver Mommsen war das nahe liegend – er spielt derzeit in „Die Tanzstunde“. Die musikalischen Entertainer Jan-Christof Scheibe und Joja Wendt aber hatten sich zur 30. Auflage recht kurzfristig bei Theaterleiterin Britta ­Duah angekündigt.

Wendt war es auch, der die vorherige Winterhuder Vertriebschefin auf die vergangenen Monate „sehr zufrieden“ zurückblicken ließ. Mit den Söhnen Hamburgs sorgte Pianist Wendt beim einwöchigen Dezember-Gastspiel für 100 Prozent Auslastung. Knapp gefolgt vom Weihnachtsmärchen „Frau Holle – Betten machen mit Musik“ (96 Prozent) vom ebenfalls anwesenden Musical-Macher Christian Berg. „Komplexe Väter“ mit 93, „Neun Tage frei“ mit 80 sowie die Komödie-Extra-Veranstaltungen mit 95 Prozent Auslastung ließen Britta Duah strahlen. Und „Die Tanzstunde“ werde die 92 Prozent locker schaffen, prognostizierte die Leiterin des unsubventionierten Winterhuder Fährhauses. „Das ist ein toller Start ins neue Jahr.“

Da konnte sie es auch verschmerzen, dass Stammgäste wie die Schauspieler Hans Peter Korff und Christiane Leuchtmann fehlten. Auch die angekündigte frühere Hamburger Kultursenatorin Dana Horáková ward nicht gesehen.

Die peinlichen Hamburger

So entging ihr, wen Festredner Gerd Spiekermann vor den 450 Gästen in seinem Rückblick auf 2018 zum „Peinlichsten Hamburger des Jahres“ kürte. Für den früheren NDR-Hörfunk-Moderator war es diesmal keine Einzelperson, es waren für ihn „die Spaßverderber“, die sich über den Auftritt der Burlesque-Tanzgruppe The Sinderellas beim Senatsfest in Berlin mokiert hatten. „Auch solche Tanz-Revuen gehören zu Hamburg, auf dem Kiez wird eben nicht nur Theater gespielt, sondern auch getanzt und gesoffen“, sagte Spiekermann unter Beifall.

Applaus verdienten sich Schauspieler Ralf Bauer sowie Sänger und Gitarrist Pat Fritz, die Lyrisches von Goethe und Shakespeare sowie Popsongs zum Besten gaben – eine Kostprobe für den 26. und 27. Januar im kleinen Saal und ihr Programm „Wie Männer lieben … oder auch nicht“. Schauspieler und Vorleser Christian Quadflieg, mit Ehefrau Renate Stammgast beim Neujahrspunsch, bedankte sich bei Bauer per Umarmung für die Klassiker.

Ein anderer „Klassiker“ hatte interessiert in der ersten Reihe gelauscht: Neujahrspunsch-Mitbegründer Eberhard Möbius (92). „Möbi“ erinnerte an den 100. Geburtstag von Helmut Schmidt am 23. Dezember und an ein weltweit, auch im Abendblatt gedrucktes Foto des Altkanzlers mit seiner Ehefrau „Loki“. Worüber die Schmidts da gemeinsam lachten? Es war beim Neujahrspunsch 1998, wenige Monate nach der Wahlniederlage von Ex-Bürgermeister Heninng Voscherau (SPD) und dem Erstarken der Grünen. „Was haben Sie sich da bloß für einen Scheiß zusammengewählt“, sagte Möbius damals als Festredner. Und fragte die Schmidts in Reihe eins: „Sind Sie aus Hamburg?“ Folge: der inzwischen historische Lachanfall des Ehepaares.