Barclaycard Arena

Wie Neu-Eisbär Cro Hamburg dahinschmelzen lässt

Der Rapper Cro

Der Rapper Cro

Foto: Picture Alliance / APA / HERBERT P. OCZERET |

Kein Pandabär mehr, sondern Eisbär. Cro rief den Fans zu: „Hamburg, wir reißen jetzt die Halle ab.“ Wie das fast gelang.

Hamburg. Carlo Waibel (28). Modedesigner, Regisseur, Schwabe, Universalkünstler und – ganz nebenbei – Sänger mit dem durchaus einprägsamen Namen Cro zündete die erste Rakete des Abends in der rappelvollen Barclaycard Arena pünktlich zur Tagesschau. Freitagabend, 20 Uhr, unzählige Hoodies, umgedrehte Kappen, ein paar Gangster, einige bad chicks und ziemlich viele mitgekommene (und mittanzende) Eltern im Publikum. Und auf der Bühne Herr Waibel, pardon Cro. Natürlich mit seiner Maske. Kein Pandabär mehr, sondern ein Eisbär. Ganz in Weiß. Weiße Hose, weißes Shirt, weiße Maske.

„Carlo ist erwachsen geworden. Und Cro hat er mitgenommen“, hatte Waibel gerade erklärt. Und das Setting inklusive Bühneneisberg stimmte schon mal. Auf dem schwarzen Vorhang dann noch ein überdimensionales chinesisches Zeichen, das auf neudeutsch „true“, also: wahr, bedeutet. Passend zum letzten Album Tru, aus dem Cro direkt ein paar Songs zum Besten gab. Doch richtig chil­lig wurde die Arena erst, als nach einem Viertelstündchen tatsächlich der Song „Bad Chick“ kam und Väter, Mütter mit ihren Söhnen und Töchtern um die Wette tanzten. Doch das war erst der Anfang. Es folgte „Du“, dann Cro an der Gitarre, am Keyboard und schließlich noch an den Turntables. Bei „Meine Gang“ gab es endgültig kein Halten mehr.

Cro? Der höfliche Herr Waibel will die Halle abreißen

„Hamburg, wir reißen jetzt die Halle ab“ schrie der sonst so höfliche Herr Waibel in die Halle – und erntete ekstatische Jubelschreie. „Einmal um die Welt“, „Bye Bye“ und zum Schluss als Zugaben „Easy“ und „Traum“ waren die Highlights. Überraschender Höhepunkt: Backgroundsängerin Wanja Janeva, die sogar Neu-Eisbär Cro zwischenzeitlich zum Schmelzen brachte. Ganz zum Ende dann noch der obligatorische Konfettiregen. „Danke Hamburg!“, war Waibels geschrienes Fazit. Danke, Cro.