Kultur

Verletzungen bei Rowohlt

Es bedarf eben doch auch dieses ­zusätzlichen Autoren-und-Autorinnen-Aufbegehrens noch, um klarzumachen, um was es dieser Tage in der Verlagsbranche geht. Um die Verletzbarkeit der Beziehung von Schriftstellern zu ihrem Verlag nämlich, die doch eigentlich eine Unverletzbarkeit sein und sich vor allem in einem vertrauensvollen Verhältnis zwischen Verleger und Autor manifestieren soll. Bei Rowohlt, dem Bücherriesen aus Reinbek und demnächst wieder Hamburg, war Letzteres gegeben, bis Rowohlt-Eigner Holtzbrinck unlängst die Rowohlt-Frontfrau Laugwitz feuerte.

Die schreibende Abteilung der Rowohlt-Belegschaft hat nun in Person von Autoren wie Heinz Strunk, Eugen Ruge und Inger-Maria Mahlke eine Protestnote an Holtzbrinck aufgesetzt. „Viele von uns sind verwundert über diesen Vorgang, einige entsetzt“, heißt es. Immerhin stellte Holtzbrinck mittlerweile klar, dass es keinerlei Kontaktsperre zwischen den Autoren und ihrer Noch-Verlegerin gebe, teilte aber auch mit, dass die hohe Meinung jener Autoren von Laugwitz nichts an der Entscheidung ändert – es gebe eben „unüberbrückbarer Meinungsverschiedenheiten“. Wie immer die auch aussehen (zu wenig öffentliche Präsenz von Laugwitz?): Notwendig ist, dass die, mit denen Konzerne ihr Geld machen, ihren Standpunkt unmissverständlich äußern.